Kohl­schrei­ber stram­pelt sich frei

Ten­nis­pro­fi fei­ert in Kitz­bü­hel erst­mals seit 15 Mo­na­ten ei­nen Tur­nier­sieg – Bei den US Open winkt nun ein Setz­platz

Saarbruecker Zeitung - - SPORT -

In sei­ner Wahl­hei­mat Kitz­bü­hel hat Ten­nis­pro­fi Phil­ipp Kohl­schrei­ber wie­der in die Er­folgs­spur zu­rück­ge­fun­den. Sein sechs­ter Tour­ti­tel soll ei­nen star­ken End­spurt ei­ner bis­lang schwa­chen Sai­son ein­läu­ten.

Kitz­bü­hel. Mit dem Fahr­rad aus der Form­kri­se: Ei­ne Wo­che lang ra­del­te Phil­ipp Kohl­schrei­ber mit der Ten­nis­ta­sche auf dem Rü­cken durch sei­ne Wahl­hei­mat Kitz­bü­hel, vom ei­ge­nen Zu­hau­se bis zum Cent­re Court und wie­der zu­rück. Nach wo­chen­lan­ger Tal­fahrt in der Welt­rang­lis­te stram­pel­te sich der der­zeit bes­te deut­sche Ten­nis­pro­fi in den Ti­ro­ler Al­pen frei. Sein sechs­ter Ti­tel auf der ATP-Tour soll ei­nen star­ken End­spurt ei­ner bis­lang schwa­chen Sai­son ein­läu­ten.

„Ich freue mich sehr über die­ses Er­geb­nis. Ich will die­sen Sieg ge­nie­ßen. Tur­nier­sie­ge pas­sie­ren ja nicht all­zu oft in ei­ner Kar­rie­re“, sag­te Kohl­schrei­ber nach dem 2:6, 6:2, 6:2 im Fi­na­le ge­gen den fran­zö­si­schen Qua­li­fi­kan­ten Paul-Hen­ri Ma­thieu. Seit Mai 2014, seit sei­nem Tri­umph im Düs­sel­dor­fer Ro­chus­club, hat­te Kohl­schrei­ber auf ei­nen Tri- umph ge­war­tet, der Sieg in Kitz­bü­hel kam für den 31-Jäh­ri­gen genau zur rich­ti­gen Zeit.

In die­ser Sai­son war der ge­bür­ti­ge Augs­bur­ger in ei­ne ernst­zu­neh­men­de Kri­se ge­ra­ten. Schwa­che Vor­stel­lun­gen wech­sel­ten sich mit bei­spiel­lo­sem Lo­s­pech ab. Der min­des­tens so ta­len­tier­te wie rou­ti­nier­te Edel­tech­ni­ker fiel kurz­fris­tig so­gar aus den Top 40 der Welt­rang­lis­te. Mit dem Ti­tel in Kitz­bü­hel, den ihm die Ver­an­stal­ter zu­dem mit 80 000 Eu­ro Preis­geld ver­süß­ten, klet­tert Kohl­schrei­ber am heu­ti­gen Mon­tag auf Platz 28 und hat da­mit wie­der bes­te Chan­cen auf ei­nen der 32 Setz­plät­ze bei den kom­men­den US Open in New York (31. Au­gust bis 13. Sep­tem­ber).

Hält er sei­ne Po­si­ti­on, geht er

Im Sti­le ei­nes For­mel-1-Sie­gers fei­er­te Phil­ipp Kohl­schrei­ber sei­nen Er­folg beim ATP-Tur­nier in Kitz­bü­hel.

si­cher dem Schre­ckens-Sze­na­rio aus dem Weg, das ihn in Wim­ble­don er­eilt hat­te. Kurz vor dem Sai­son­hö­he­punkt im Lon­do­ner Ra­sen­mek­ka war Kohl­schrei­ber auf Platz 33 der Rang­lis­te ge­fal­len und wur­de als ers­ter un­ge­setz­ter Spie­ler zum Auf­takt dem spä­te­ren Cham­pi­on No­vak Djo­ko­vic (Ser­bi­en) zu­ge­lost. Zu­vor war er be­reits in Hal­le/West­fa­len in Run­de eins an Re­kord­sie­ger Ro­ger Fe­de­rer aus der Schweiz ge­schei­tert.

Die ganz gro­ßen Na­men wa­ren in Kitz­bü­hel zwar nicht am Start, den­noch er­spiel­te und er­kämpf­te sich Kohl­schrei­ber wich­ti­ge Sie­ge über star­ke Sand­platz­spie­ler. Den un­be­re­chen­ba­ren Ita­lie­ner Fa­bio Fo­gni­ni, zu­letzt Fi­na­list beim Tur­nier am Ham­bur­ger Ro­then­baum, ließ er im Vier­tel­fi­na­le nicht zur Ent­fal­tung kom­men. Im Halb­fi­na­le stopp­te er die Sie­ges­se­rie des hoch­ta­len­tier­ten Ös­ter­rei­chers Do­mi­nic Thiem, der zu­vor die Tur­nie­re in Gstaad und Umag ge­won­nen hat­te.

FO­TO: IMAGO

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