HIN­TER­GRUND

Saarbruecker Zeitung - - POLITIK -

Gro­ße und klei­ne Kri­sen der gro­ßen Ko­ali­ti­on: Fe­bru­ar 2014:

Bun­des­mi­nis­ter Hans-Pe­ter Fried­rich (CSU) stürzt über die Eda­thy-Af­fä­re. Wäh­rend der Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen im Herbst 2013 er­zählt er SPD-Chef Sig­mar Ga­b­ri­el, dass ge­gen den SPD-Ab­ge­ord­ne­ten Se­bas­ti­an Eda­thy im Zu­sam­men­hang mit Kin­der­por­no­gra­fie er­mit­telt wird. Ga­b­ri­el in­for­miert meh­re­re SPD-Spit­zen­po­li­ti­ker. Eda­thy taucht zeit­wei­se un­ter. Un­klar ist, ob er ge­warnt wur­de. Auch SPD-Frak­ti­ons­chef Tho­mas Op­per­mann ge­rät un­ter Druck, bleibt aber im Ge­gen­satz zu Fried­rich im Amt.

Mai 2015: Ga­b­ri­el plau­dert ei­ne ver­trau­li­che Un­ter­re­dung mit Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) aus. Es geht um die Fra­ge, ob der Bun­des­nach­rich­ten­dienst dem US- Ge­heim­dienst NSA bei Wirt­schafts­spio­na­ge ge­hol­fen hat. Ga­b­ri­el sagt, er ha­be Mer­kel da­zu be­fragt: „Bei­de Ma­le ist mir das ge­gen­über ver­neint wor­den.“Stell­te sich das Ge­gen­teil her­aus, „wä­re das ei­ne schwe­re Be­las­tung auch des Ver­trau­ens der deut­schen Wirt­schaft in das staat­li­che Han­deln“. Sei­ne Äu­ße­rung wird so ge­deu­tet, dass er das Ver­trau­en der Bür­ger in Mer­kel schä­di­gen will, soll­te sich ih­re Ver­si­che­rung als falsch er­wei­sen.

Ju­li 2015: Ga­b­ri­el wi­der­spricht Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU), wo­nach die­ser ein Po­si­ti­ons­pa­pier für ein mög­li­ches zeit­wei­ses Aus­schei­den Grie­chen­lands aus der Eu­ro­zo­ne mit ihm ab­ge­stimmt ha­be. Er ken­ne Schäu­bles Idee, aber nicht das Pa­pier. Schäu­b­le er­klärt öf­fent­lich, er ha­be kei­nen Vor­schlag ge­macht, der in­ner­halb der Bun­des­re­gie­rung nicht so­wohl in der Sa­che als auch in der For­mu­lie­rung ab­ge­spro­chen wor­den wä­re. Der Streit sät gro­ßes Miss­trau­en bei Uni­on und SPD.

Hans-Pe­ter Fried­rich

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