Eu­ro­pa ganz pa­ra­dox

Saarbruecker Zeitung - - THEMEN DES TAGES - Von SZ-Re­dak­teur Michael Jung­mann

leh­nen, dies er­gibt sich zu­min­dest aus ei­ner Mail aus dem Lan­des­po­li­zei­prä­si­di­um. Und das für Ver­kehrs­fra­gen zu­stän­di­ge Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um sieht be­reits die Ver­kehrs­mo­ral be­ein­träch­tigt, „wenn hin­rei­chend be­kannt ist, dass Park­ver­stö­ße aus­län­di­scher Fahr­zeug­füh­rer fak­tisch nicht wirk­sam ge­ahn­det wer­den kön­nen“.

Da ha­ben Eu­ro­pas Po­li­ti­ker und Bü­ro­kra­ten dem klei­nen Eu­ro­pä­er wie­der ein di­ckes Ei ins Nest ge­legt. Viel­leicht ist es auch „nur“dem vor­aus­ei­len­den Ge­hor­sam treu­er bun­des­deut­scher Be­am­ten zu ver­dan­ken, dass Park­sün­den aus­län­di­scher Au­to­fah­rer auf deut­schen Stra­ßen nicht mehr wir­kungs­voll ge­ahn­det wer­den kön­nen. Wenn Da­ten der aus­län­di­schen Au­to­be­sit­zer über Com­pu­ter­sys­te­me nicht mehr au­to­ma­tisch re­cher­chiert wer­den dür­fen, kommt es zwangs­läu­fig zu der pa­ra­do­xen und ab­sur­den Si­tua­ti­on, dass deut­sche Park­sün­der ri­go­ros be­straft wer­den – die meis­ten fran­zö­si­schen Falsch­par­ker da­ge­gen nicht. Ins­be­son­de­re in Grenz­re­gio­nen könn­te dies als Frei­brief für Row­dy­tum im ru­hen­den Ver­kehr ver­stan­den wer­den. Die­se Un­gleich­be­hand­lung kann nicht Sinn und Zweck ei­ner EU-Richt­li­nie sein.

IL­LU: SZ

An der Un­kennt­nis der Ver­kehrs­schil­der kann es nicht lie­gen, dass so vie­le Fran­zo­sen in Saar­brü­cken falsch par­ken – die sind näm­lich gleich.

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