Über­nah­me der Kos­ten für Sau­er­stoff­ge­rät ver­wei­gert

Le­ser­re­por­te­rin sieht sich von Kran­ken­kas­se be­nach­tei­ligt – Kas­se nennt Ap­pa­rat me­di­zi­nisch nicht not­wen­dig

Saarbruecker Zeitung - - SAARLAND -

Die Kran­ken­kas­se AOK hat ei­nem Neun­kir­cher, der an ei­ner Lun­gen­er­kran­kung lei­det, die Fi­nan­zie­rung ei­nes Sau­er­stoff­ge­räts ver­wei­gert. Auf SZ-Nach­fra­ge ver­tei­digt die Kas­se die Hal­tung: Das Ge­rät sei me­di­zi­nisch nicht not­wen­dig.

Neun­kir­chen. Der Ehe­mann von Hel­ga Ser­be aus Neun­kir­chen lei­det an ei­ner schwe­ren Lun­gen­er­kran­kung. In­fek­te oder die schwü­le Hit­ze der ver­gan­ge­nen Wo­chen wür­den für ei­ne Ver­schlim­me­rung sei­nes Zu­stan­des und star­ke Atem­not sor­gen, sagt die SZ-Le­ser-Re­por­te­rin. „Dann muss er als Not­fall ins Kran­ken­haus ein­ge­wie­sen wer­den.“Dort wür­de er dann mit Sau­er­stoff und Cor­ti­son ver­sorgt. Da der Pa­ti­ent den Wirk­stoff so­wie­so re­gel­mä­ßig ein­neh­men müs­se, ha­be ihm sein Lun­gen-Fach­arzt al­ler­dings ei­ne Sau­er­stoff­fla­sche ver­schrie­ben, um die Kran­ken­haus-Ein­wei­sung zu ver­mei­den. Das Re­zept ha­be das Paar mit ei­ner Be­grün­dung des Me­di­zi­ners bei ih­rer Kran­ken­kas­se, der AOK, ein­ge­reicht, so Hel­ga Ser­be. Doch nach zwei Mo­na­ten er­hiel­ten sie ei­nen ab­leh­nen­den Be­scheid des Me­di­zi­ni­schen Di­ens­tes (MDK) oh­ne Be­grün­dung. Weil ei­ne Sau­er­stoff­fla­sche doch er­heb­lich bil­li­ger sei, als ein Kli­nik-Auf­ent­halt, frag­ten sie nach.

„Es wur­de uns ge­sagt, das sei kein fi­nan­zi­el­les Pro­blem, son- dern ein me­di­zi­ni­sches“, er­zählt Hel­ga Ser­be. Die Kran­ken­kas­se ha­be ar­gu­men­tiert: So­bald ihr Mann per­ma­nent und nicht nur in Not­si­tua­tio­nen Sau­er­stoff be­nö­ti­ge, kön­ne er ei­ne Fla­sche be­kom­men. Das Paar leg­te Wi­der­spruch ge­gen den Be­scheid ein.

Aus Da­ten­schutz­grün­den woll­te sich die AOK Rhein­land-Pfalz/Saar­land nur all­ge­mein zu dem Fall äu­ßern. Nach den be­ste­hen­den Re­ge­lun­gen zur Ent­schei­dung über die Not­wen­dig­keit ei­nes ver­ord- ne­ten Hilfs­mit­tels wür­den die ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen den MDK be­fra­gen, er­klärt AOKPres­se­spre­cher Jan Röß­ler. Die­se von den Kas­sen ge­grün­de­te Ar­beits­ge­mein­schaft stellt als un­ab­hän­gi­ge In­sti­tu­ti­on in ih­ren Gut­ach­ten fest, ob es für den je­wei­li­gen Ein­zel­fall ei­ne ent­spre­chen­de In­di­ka­ti­on, bei­spiels­wei­se für ei­ne Sau­er­stoff-Lang­zeit­the­ra­pie, gibt. „Bei feh­len­der me­di­zi­ni­scher Not­wen­dig­keit be­steht kei­ne Leis­tungs­ver­pflich­tung sei­tens der Ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung“, so der Spre­cher.

Ei­ne vor­he­ri­ge Be­ra­tung des MDK dar­über, ob ein Hilfs­mit­tel not­wen­dig sei, wä­re gera­de und be­son­ders im me­di­zin­tech­ni- schen Be­reich er­for­der­lich, da es auch Fall­kon­stel­la­tio­nen ge­be, in de­nen die An­wen­dung von Hilfs­mit­teln den Pa­ti­en­ten kör­per­li­chen Scha­den zu­fü­ge, er­gänzt Röß­ler. mv

Den Tipp für die­sen Ar­ti­kel be­ka­men wir von Le­ser-Re­por­te­rin Hel­ga Ser­be aus Neun­kir­chen. Wenn Sie In­ter­es­san­tes zu er­zäh­len ha­ben, kön­nen Sie für Sprach­nach­rich­ten aufs Band Te­le­fon (06 81) 5 95 98 00 nut­zen, oder schi­cken Sie Ih­ren Hin­weis an un­se­re E-Mail-Adres­se: le­ser­re­por­ter@sol.de. Oder nut­zen Sie un­ser On­line­for­mu­lar un­ter saar­bru­ecker-zei­tung.de/ le­ser­re­por­ter

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