Land öff­net Saar-Uni für Flücht­lin­ge

Re­gie­rung plant un­bü­ro­kra­ti­sche Zu­las­sung zum Stu­di­um

Saarbruecker Zeitung - - ERSTE SEITE - Von SZ-Re­dak­teur Da­ni­el Kirch

Wer als Flücht­ling ei­nen Eig­nungs­test be­steht und nö­ti­ge Deutsch­kennt­nis­se nach­weist, soll künf­tig an der Saar-Uni stu­die­ren dür­fen. Zeug­nis­se müs­sen nicht vor­ge­legt wer­den. Saar­brü­cken. Das Po­ten­zi­al be­gab­ter Flücht­lin­ge und Asyl­be­rech­tig­ter soll im Saar­land deut­lich stär­ker als bis­her ge­nutzt wer­den. Da­zu sol­len sie an der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des künf­tig tech­ni­sche, na­turund in­ge­nieur­wis­sen­schaft­li­che Fä­cher stu­die­ren kön­nen. Ih­re Eig­nung da­zu müs­sen sie vor­her in ei­nem Test nach­wei­sen. Auf Initia­ti­ve der Uni­ver­si­tät will die Lan­des­re­gie­rung die recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen schaf­fen, um den jun­gen Men­schen ei­nen un­bü­ro­kra­ti­schen Hoch­schul­zu­gang zu er­mög­li­chen, wie Mi­nis­ter­prä­si­den­tin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er (CDU) auf SZ-An­fra- ge mit­teil­te.

Vor­aus­set­zung für die Auf­nah­me ei­nes Stu­di­ums soll sein, dass ein Flücht­ling den Eig­nungs­test ei­nes Fa­ches be­steht und die nö­ti­gen Deutsch­kennt­nis­se nach­weist. Da­zu bie­tet die Uni ei­nen ein­jäh­ri­gen Deutsch­kurs an. Zeug­nis­se müs­sen die Flücht­lin­ge nicht vor­le­gen. Die Do­ku­men­te sei­en häu­fig auf der Flucht ver­lo­ren ge­gan­gen oder von Schlep­pern ver­nich­tet wor­den, hieß es. Nor­ma­ler­wei­se hät­te ein Flücht­ling so­mit kei­ne Chan­ce auf ei­nen Stu­di­en­platz, weil er die for­ma­len Vor­aus­set­zun­gen nicht er­füllt.

Der Eig­nungs­test und der Be­ginn des Sprach­kur­ses sind für die­sen Herbst ge­plant – die ers­ten Flücht­lin­ge könn­ten al­so zum Win­ter­se­mes­ter 2016/ 2017 mit ih­rem Stu­di­um be­gin- nen. In­fra­ge kom­men da­für Fä­cher wie Sys­tems En­gi­nee­ring (Mecha­tro­nik), Phy­sik oder In­for­ma­tik. Das Pro­gramm er­streckt sich dem­nach aus­schließ­lich auf nicht-zu­las­sungs­be­schränk­te Stu­di­en­gän­ge mit frei­en Ka­pa­zi­tä­ten. Es sol­len kei­ne ein­hei­mi­schen Stu­den­ten ver­drängt wer­den.

Kramp-Kar­ren­bau­er sag­te, die Lan­des­re­gie­rung un­ter­stüt­ze das Pro­gramm der Uni, „weil es da­zu bei­trägt, be­gab­ten jun­gen Men­schen hier in Deutsch­land ei­ne po­si­ti­ve Zu­kunfts­per­spek­ti­ve zu ge­ben und sie da­mit dau­er­haft zu in­te­grie­ren“. Uni­ver­si­täts­prä­si­dent Vol­ker Lin­ne­we­ber er­gänz­te, er se­he an der Uni­ver­si­tät „ei­ne gro­ße Be­reit­schaft, an der Um­set­zung des Pro­gramms mit­zu­wir­ken“.

A. Kram­pKar­ren­bau­er

Vol­ker Lin­ne­we­ber

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.