Mus­ter­bei­spiel für ma­le­ri­schen Städ­te­bau

Bro­schü­re von Mar­len Ditt­mann über das Rat­haus St. Jo­hann und den Rat­haus­platz

Saarbruecker Zeitung - - LOKALES - Von SZ-Mit­ar­bei­te­rin Ni­co­le Ba­ronsky-Ott­mann

Die Lan­des­haupt­stadt und das In­sti­tut für ak­tu­el­le Kunst im Saar­land ge­ben ge­mein­sam ei­ne Bro­schü­ren-Rei­he her­aus. Das neu­es­te Ex­em­plar stammt von Mar­len Ditt­mann – es be­schäf­tigt sich mit dem Rat­haus St. Jo­hann und dem Rat­haus­platz.

Saar­brü­cken. Die Bro­schü­ren sind klein, aber sehr fein! Wer sich für Kunst, Bau­ge­schich­te oder Ar­chi­tek­tur in­ter­es­siert, hat die DIN A6 gro­ßen Bro­schü­ren, die die Lan­des­haupt­stadt Saar­brü­cken mit dem In­sti­tut für ak­tu­el­le Kunst im Saar­land her­aus­gibt, be­stimmt schon für sich ent­deckt. Gera­de wur­den erst Hef­te über das Ge­bäu­de St. Jo­han­ner Markt 24, in dem die Stadt­ga­le­rie un­ter­ge­bracht ist, und die ka­tho­li­sche Pfarr­kir­che St. Al­bert ver­öf­fent­licht.

Seit ei­ni­gen Ta­gen ist nun auch ein Heft über das Rat­haus St. Jo­hann und den Rat­haus­platz er­hält­lich. „Kun­st­ort. Stadt­bau­kunst des spä­ten 19. Jahr­hun­derts: Rat­haus und Rat­haus­platz in Saar­brü­cken“ist der voll­stän­di­ge Na­me der 56 Sei­ten star­ken Bro­schü­re, die auf die städ­te­bau­li­che Be­deu­tung des Rat­haus­plat­zes ein­geht.

Au­to­rin Mar­len Ditt­mann, Saar­brü­cker Ar­chi­tek­tur­kri­ti­ke­rin und Bun­des­ver­dienst­kreuz­trä­ge­rin für ih­re Auf­sät­ze zum The­ma Stadt­pla­nung, Bau­ge­schich­te und Denk­mal­schutz, er­klärt da­bei nicht nur den Bau des Rat­hau­ses.

Zu­erst er­läu­tert sie aus­führ­lich die frü­he­re Pla­nung des Plat­zes, der kei­nes­wegs, wie man heu­te ver­mu­ten könn­te, zu­fäl­lig ent­stan­den ist. So wur­de ei­ne An­fra­ge der Kir­chen­lei­tung im Jahr 1899, ei­nen Gar­ten um die Jo­han­nes­kir­che an­zu­le­gen, da­mals ab­ge­lehnt. Denn man ver­stand den Raum zwi­schen Kir­che und Rat­haus als ei­ne ein­heit­li­che, nur ge­mein­sam zu ge­stal­ten­de Platz­an­la­ge des „ma­le­ri­schen Städ­te­baus“.

Auf die re­prä­sen­ta­ti­ve Ar­chi­tek­tur des Rat­hau­ses, so­wie auf sei­ne Er­wei­te­run­gen in den 1920er, 1930er und 1990er Jah­ren wird eben­so ein­ge­gan­gen, wie auf die Be­schrei­bung des Bauschmucks der je­wei­li­gen Zeit. Die Brun­nen, der be­reits 1936 ab­ge­bau­te Tele­ma­chosBrun­nen, wie auch der Brun­nen „Auf­stei­gen­der Phö­nix“aus dem Jahr 1959, der vor der Spar­kas­se steht, wer­den eben­falls the­ma­ti­siert. Selbst die an­gren­zen­den Wohn­bau­ten, nebst Kurz­bio­gra­fie der Ar­chi­tek­ten, sind er­wähnt.

Was die Bro­schü­re zu ei­nem rich­ti­gen Klein­od macht, sind die vie­len, oft his­to­ri­schen Fo­to­gra­fi­en. 32 Auf­nah­men sind in dem klei­nen Heft un­ter­ge­bracht. Auch wenn man­che Ab­bil­dun­gen druck­be­dingt recht klein sind, sind die ein­zel­nen Bau­ten gut zu er­ken­nen und ins­be­son­de­re die über 100 Jah­re al­ten Auf­nah­men der frü­he­ren Platz­an­la­ge dürf­ten für man­chen Le­ser ei­ne Ent­de­ckung sein.

FO­TOS: IN­STI­TUT FÜR AK­TU­EL­LE KUNST (2)/ OR­AN­NA DIMMIG

Das Rat­haus St. Jo­hann samt Platz und Jo­han­nes­kir­che aus der Vo­gel­per­spek­ti­ve.

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