Im Kampf ge­gen den Tu­mor ist die Psy­che be­son­ders wich­tig

Saarbruecker Zeitung - - WISSEN -

Cott­bus. Nur gut die Hälf­te der Tu­mor­pa­ti­en­ten will nach ei­ner Krebs­dia­gno­se ei­ne psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Be­glei­tung, wenn sie sich me­di­zi­nisch gut auf­ge­ho­ben fühlt, be­rich­tet die Chef­ärz­tin der Psych­ia­tri­schen Kli­nik am Carl-Thiem-Kran­ken­haus in Cott­bus, Dr. Cor­du­la Si­kor­ski. Doch es gibt zahl­rei­che an­de­re Pro­ble­me, Ar­beits­un­fä­hig­keit und fi­nan­zi­el­le Sor­gen zum Bei­spiel, bei de­nen nie­der­ge­las­se­ne Psy­cho­lo­gen ge­fragt sind. Angst­stö­run­gen und De­pres­sio­nen sind wei­te­re, häu­fi­ge Be­gleit­erschei­nun­gen ei­ner Tu­mor­er­kran­kung, er­klärt die Me­di­zi­ne­rin. Was lässt sich da­ge­gen un­ter­neh­men? Die Chef­ärz­tin gibt al­len Pa­ti­en­ten fol­gen­de Rat­schlä­ge: Ver­trau­en wa­gen: Glau­ben Sie an die Kom­pe­tenz der Ärz­te, Kran­ken­schwes­tern und Phy­sio­the­ra­peu­ten. In­ne­re Res­sour­cen stär­ken: Be­sin­nen Sie sich dar­auf, wie Sie frü­he­re Kri­sen ge­meis­tert ha­ben, und su­chen Sie sich Un­ter­stüt­zung. Schock­star­re auf­lö­sen: Wer das Schick­sal an­nimmt, kann die Zeit bes­ser aus­fül­len. Beim Kämp­fen darf man sich au­ßer­dem nicht er­schöp­fen, da­mit die Kraft für die The­ra­pi­en reicht. Ener­gie tan­ken: Stär­ken Sie Ih­re psy­chi­sche Wi­der­stands­kraft, rät die Ärz­tin. Ge­hen Sie in die Na­tur und un­ter Men­schen. Die Re­li­gi­on er­mög­licht vie­len Men­schen ei­nen leich­te­ren Um­gang mit exis­ten­zi­el­ler Be­dro­hung. Sta­bi­les Um­feld: Fa­mi­lie, Freun­de und Ver­wand­te kön­nen da­bei hel­fen, Emo­tio­nen bes­ser zu be­wäl­ti­gen. Auch ei­ne Selbst­hil­fe­grup­pe ist für den Aus­tausch von Er­fah­run­gen nütz­lich. Aber hü­ten Sie sich da­vor, an ne­ga­ti­ven Sym­pto­men wie et­wa Haar­aus­fall hän­gen zu blei­ben. Ge­sel­lig­keit su­chen: Ver­krie­chen Sie sich nicht, len­ken Sie sich ab. Wer es aus­hält, soll­te die Ge­sell­schaft an­de­rer Men­schen su­chen. Wer sich zu­rück­zieht, bleibt mit sich und der Angst al­lein.

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