Luft­han­sa steigt bei Lu­x­air aus

Ge­trüb­te Be­zie­hun­gen: Lu­x­air stellt Frankfurt-Flü­ge ein, Luft­han­sa fliegt die Stre­cke selbst – Wer kauft die Luft­han­sa-An­tei­le?

Saarbruecker Zeitung - - FERNSEHEN -

Die Luft­han­sa zieht sich aus ih­rer 13 pro­zen­ti­gen Be­tei­li­gung an Lu­x­air zu­rück. Die Be­zie­hun­gen bei­der Air­lines sind seit län­ge­rer Zeit be­las­tet. Gleich­zei­tig stärkt Lu­x­air die Stre­cke nach München.

Luxemburg. Die Luft­han­sa will ih­re Be­tei­li­gung an der lu­xem­bur­gi­schen Lu­x­air los­wer­den, denn sie braucht drin­gend Geld. Der 1992 ge­kauf­te An­teil an Lu­x­air bringt ihr fi­nan­zi­ell nichts mehr ein. Der Pas­sa­gier­ver­kehr von Lu­x­air ist chro­nisch in den ro­ten Zah­len, wäh­rend der Ge­samt­kon­zern für 2014 dank der Tou­ris­tik knap­pe zehn Mil­lio­nen Eu­ro Ge­winn er­ziel­te. Im­mer­hin fliegt Lu­x­air seit lan­gem Zu­brin­ger­flü­ge zum Frank­fur­ter Flug- ha­fen. Noch 2009 woll­te Luft­han­sa den An­teil an Lu­x­air auf 20 Pro­zent er­hö­hen: Dar­aus wur­de aber nichts.

Als die Mel­dung von dem Aus­stieg bei Lu­x­air die Run­de mach­te, kün­dig­te Luft­han­sa gleich­zei­tig an, die vier täg­li­che Zu­brin­ger­flü­ge von Luxemburg-Fin­del nach Frankfurt und zu­rück mit Be­ginn des Win­ter­flug­plans am 25. Ok­to­ber mit glei­chen Zei­ten von Lu­x­air zu über­neh­men. Im Ge­gen­zug kün­dig­te Lu­x­air an, ih­re drei Flü­ge Luxemburg-München auf vier auf­zu­sto­cken: Ei­ne Kampf­an­sa­ge an Luft­han­sa.

Schon als Luft­han­sa 2010 mit den Flü­gen auf der Mün­chenStre­cke be­gann, wur­de das noch von der Juncker-Re­gie­rung als po­li­ti­scher Af­front emp­fun­den. Stockt die Luft­han­sa nun ih­re täg­li­chen zwei Luxemburg-München-Flü­ge auf? Es sei ei­ne „Op­ti­mie­rung des be­reits be­ste­hen­den An­ge­bots“ge­plant, sagt ei­ne Spre­che­rin. Das dürf­te in ei­nen Preis­kampf aus­ar­ten – die Kun­den der Groß­re­gi­on kön­nen sich wohl auf preis­wer­te Mün­chenT­rips ab Luxemburg freu­en.

Die Be­zie­hun­gen zwi­schen Lu­x­air und Luft­han­sa sind seit län­ge­rem ge­trübt und für Lu­x­airChef Adri­en Ney Grund zum stän­di­gen Frust. Als Luft­han­sa auf der München-Stre­cke ne­ben Lu­x­air ein­stieg und hef­ti­gen Wett­be­werb ent­fach­te, er­hielt der ver­är­ger­te Lu­x­air-Chef Ney noch nicht ein­mal ei­nen Ge-

Lu­x­air muss sich künf­tig auf stär­ke­re Kon­kur­renz von Luft­han­sa ein­stel­len.

sprächs­ter­min beim da­ma­li­gen Luft­han­sa-Chef Wolf­gang May­r­hu­ber. 2008 nahm ihr die Luft­han­sa zu­dem zum Är­ger von Lu­x­air den Treib­stoff-Zu­schlag auf der kur­zen Frankfurt-Stre­cke weg. Zwar be­to­nen die Ver­tre­ter der Lu­x­air jetzt, dass die Be­zie­hun­gen wei­ter be­stün­den, et­wa bei ei­ni­gen Co­de-Sha­re-Flü­gen, im Mei­len­pro­gramm Mi­les & Mo­re und beim Aus­tausch tech­ni­schen Know­hows. Tat­säch­lich ist das Tisch­tuch aber zer­schnit­ten.

Of­fen ist, wer die 13 Pro­zent der Luft­han­sa an Lu­x­air über­nimmt – und zu wel­chem Preis. Ak­tu­ell sieht die Ak­tio­närs­struk­tur so aus: Lu­xem­bur­gi­scher Staat 39,05 Pro­zent und in­di­rekt über die Staats­spar­kas­se (BCEE) 21,81 Pro­zent. So­mit sind 61 Pro­zent in Staats­be­sitz. 13,14 Pro­zent lie­gen bei der Ban­que In­ter­na­tio­na­le à Lu­xem­bourg (BIL), die der ka­ta­ri­schen Herr­scher­fa­mi­lie Al-Tha­ni ge­hört, 13 Pro­zent hält die Luft­han­sa, zehn Pro­zent Lu­x­air S.A.. ur

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