,,Es gibt Fäl­le, die be­rüh­ren“

So­zi­al­raum­bü­ro in der Du­do-Ga­le­rie hilft Men­schen in schwie­ri­gen Le­bens­la­gen

Saarbruecker Zeitung - - LOKALES - Von SZ-Mit­ar­bei­ter Den­nis Lan­gen­stein

Sie be­ant­wor­ten Fra­gen zur Pu­ber­tät, hel­fen bei Schul­pro­ble­men oder un­ter­stüt­zen jun­ge El­tern: Die Mit­ar­bei­ter des So­zi­al­raum­bü­ros be­ackern ein gro­ßes The­men­feld, so­bald Men­schen al­lein nicht mehr wei­ter wis­sen.

Dud­wei­ler. Michael Tho­mas vom So­zi­al­raum­bü­ro Dud­wei­ler ist Fa­mi­li­en­be­ra­ter. Der So­zi­al­päd­ago­ge hilft mit sei­nen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen bei Fra­gen zur Er­zie­hung, bei Pro­ble­men in Fa­mi­lie oder Schu­le und bie­tet Un­ter­stüt­zung bei Be­hör­den­an­ge­le­gen­hei­ten. „Un­se­re Ar­beit ist aus­ge­rich­tet auf Ju­gend und Fa­mi­lie“, sagt Tho­mas, und nennt als Bei­spiel die Fol­gen, die ei­ne ge­schei­ter­te Ehe für die Kin­der hat.

Da­bei ist das Hilfs­an­ge­bot viel­fäl­tig. Ein­zel- oder Grup­pen­be­ra­tun­gen sind mög­lich, auch am­bu­lan­te Un­ter­stüt­zung gibt es je nach Si­tua­ti­on. Letz­te­res dann, wenn die Hil­fe et­was län­ger dau­ern soll. Dann muss al­ler­dings ein An­trag beim Ju­gend­amt ge­stellt wer­den.

„Wenn El­tern erst mal über­for­dert sind, braucht es Zeit“, sagt Tho­mas. Et­wa drei bis fünf Be­ra­tun­gen pro Tag fin­den im Schnitt in Dud­wei­ler statt.

Da­bei brau­che sich nie­mand zu scheu­en, die Hil­fe des So­zi­al­raum­bü­ros in An­spruch zu neh­men. Gera­de die of­fe­ne Be­ra­tung mitt­wochs und frei­tags von 9 bis 12 Uhr so­wie diens­tags von 14 bis 17 Uhr kann an­onym be­sucht wer­den. Soll­ten El­tern dann kei­ne Zeit fin­den, kön­nen sie Ter­mi­ne auch te­le­fo­nisch ver­ein­ba­ren.

Häu­fig geht es um Fra­gen zur Pu­ber­tät, um schu­li­sche Pro­ble­me oder um Hil­fe kurz nach der Ge­burt. Auch beim Gang zum Job­cen­ter oder bei ei­ner Aus­ein­an­der­set­zung mit Be­hör­den bie­ten die So­zi­al­päd­ago­gen des Teams Ju­gend­li­chen Un­ter­stüt­zung an.

Die Prä­senz der Fa­mi­li­en­be­ra­ter soll noch aus­ge­baut wer­den. „Dem­nächst sol­len Ter­mi­ne in Kin­der­gär­ten und Schu­len hin­zu­kom­men“, sagt Tho­mas.

Be­reits jetzt gibt es ei­nen of­fe­nen Treff für El­tern. Ein­mal im Mo­nat kommt ei­ne Grup­pe im So­zi­al­raum­bü­ro bei ei­nem Kaf­fee zu­sam­men. „Die El­tern kön­nen sich aus­tau­schen und un­ter­stüt­zen“, sagt der So­zi­al­päd­ago­ge. Er fin­det bei die­sen Tref­fen im­mer wie­der The­men, die Fach­leu­te bei ei­nem der nächs­ten Ter­mi­ne noch ver­tie­fen kön­nen. Et­wa wenn es um das Strom­spa­ren oder die ge­sun­de Er­näh­rung geht.

Die Vor­beu­gung steht bei der Ar­beit der So­zi­al­päd­ago­gen im Vor­der­grund. „Es geht dar­um, schon vor Pro­ble­men den rich­ti­gen An­sprech­part­ner vor Ort zu ha­ben.“Da­bei hel­fen die Kol­le­gen der an­de­ren Fach­diens­te, die im So­zi­al­raum­bü­ro un­ter­ge­bracht sind. Et­wa das Ju­gen­do­der Ge­sund­heits­amt oder die Mit­ar­bei­ter des so­zi­al­psy­cho­lo­gi­schen Di­ens­tes.

Na­tür­lich gibt es in der Ar­beit von Michael Tho­mas auch schwie­ri­ge Fäl­le. Häu­fig, wenn Hil­fe nicht ge­wollt, son­dern vom Ge­richt an­ge­ord­net wird. „Es gibt Fäl­le, die be­rüh­ren“, sagt Tho­mas. Doch: „Er­fol­ge mo­ti­vie­ren.“Und gera­de dann sei es ein wei­te­rer Vor­teil des So­zi­al­raum­bü­ros, dass nie­mand mit ei­nem Pro­blem al­lein ist: „Wir sind kei­ne Ein­zel­kämp­fer, das Ge­spräch mit den Kol­le­gen hilft uns und den El­tern.“

FO­TO: LAN­GEN­STEIN

Auf dem Bild (v. l.) im So­zi­al­raum­bü­ro: Susanne Stol­ler-Win­kel, Michael Tho­mas, Lar­sen Lei­ner, Ri­ta Fel­ser-Puch­ta.

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