Po­li­ti­sches Kal­kül

Saarbruecker Zeitung - - POLITIK - Von SZ-Kor­re­spon­dent Wer­ner Kol­hoff

MEI­NUNG

Wenn die Steu­er­er­klä­run­gen mitt­le­rer Be­trie­be in Deutsch­land nur al­le 15 Jah­re und die von Ver­mö­gen­den al­len­falls al­le sie­ben Jah­re ge­nau­er un­ter die Lu­pe ge­nom­men wer­den, ist das ein Skan­dal. Und das nicht ein­mal we­gen des ent­gan­ge­nen Gel­des, das auch. Es ist ein Skan­dal, weil da­hin­ter po­li­ti­sche Ab­sicht steckt, ste­cken muss. Denn der Rech­nungs­hof hat die Zu­stän­de, die jetzt die OECD the­ma­ti­siert, schon frü­her an­ge­pran­gert. Aber man­che Bun­des­län­der, in de­ren Ho­heit der Steu­er­voll­zug liegt, sa­gen sich of­fen­bar frei nach Peer St­ein­brück: Bes­ser nix von vie­len Mil­lio­nä­ren, die bei uns woh­nen blei­ben, als X von we­ni­gen Rei­chen, weil wir die an­de­ren ver­grau­len. Was da­bei über­se­hen wird: Die all­ge­mei­ne Steu­er­mo­ral wird bei sol­chen Zu­stän­den mas­siv sin­ken. Am En­de auch auf Sei­ten der nor­ma­len Ar­beit­neh­mer, die jähr­lich genau kon­trol­liert wer­den.

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