An­de­re Leu­te tref­fen und re­den

Spie­le­nach­mit­tag des Pro­jekts „Al­ter(n)sge­rech­te Quar­tier­s­ent­wick­lung Bruch­wie­se“

Saarbruecker Zeitung - - LOKALES - Von SZ-Mit­ar­bei­ter Ger­rit Sche­rer

Ei­ne der Haupt­auf­ga­ben, die sich das Pro­jekt „Al­ter(n)sge­rech­te Quar­tier­s­ent­wick­lung Bruch­wie­se“ge­setzt hat, ist die För­de­rung der Kom­mu­ni­ka­ti­on un­ter den Be­woh­nern und die Schaf­fung ei­nes ge­mein­sa­men Treff­punkts für Jung und Alt. Der Spie­le­nach­mit­tag im „Ca­fé Schnick­schnack“war ein wei­te­rer Schritt in die­se Rich­tung.

St. Jo­hann. Am Mitt­woch fand im Saar­brü­cker „Ca­fé Schnick­schnack“der ers­te Spie­le­nach­mit­tag des Pro­jekts „Al­ter(n) sge­rech­te Quar­tier­s­ent­wick­lung Bruch­wie­se“statt. Das Pro­jekt hat zum Ziel, die Rah­men­be­din­gun­gen des Le­bens auf der Bruch­wie­se zu ver­bes­sern. Ei­ner der Kern­punk­te des Pro­jekts ist die För­de­rung der Kom­mu­ni­ka­ti­on un­ter den Be­woh­nern und die Schaf­fung ei­nes ge­mein­sa­men Treff­punkts für Jung und Alt. Er soll die Mög­lich­keit bie­ten, dem oft- mals tris­ten All­tag zu ent­flie­hen. Dar­um ging es auch beim Spie­le­nach­mit­tag. „Das mit den Spie­len ist schon ei­ne schö­ne Sa­che. Aber mir geht es vor al­lem um die Ge­sprä­che und dar­um, ein­mal an­de­re Ge­sich­ter zu se­hen“, mein­te ei­ner der An­we­sen­den. „Aber glau­ben Sie nicht, dass Sie sich mit die­ser Aus­re­de vorm Po­ker drü­cken kön­nen“be­merk­te ei­ne Teil­neh­me­rin la­chend.

Das Pro­jekt wirkt of­fen­bar. Und die An­woh­ner, die sich trotz der Hit­ze hin­ter die Glas­front des „Ca­fé Schnick­schnack“ge­traut hat­ten, hat­ten sicht­lich Spaß. „Wir sind hier fle­xi­bel. Je­der spielt das, was er mag mit wem er mag. Es gibt kei­ner vor, wann was ge­macht wird“, er­klär­te Uwe Quast, Lei­ter des Pro­jekts und So­zi­al­ar­bei­ter des Dia­ko­ni­schen Werks an der Saar.

Er hat­te zahl­rei­che Spie­le zur Aus­wahl mit­ge­bracht und sie auf dem Tisch ver­teilt. Von Li­g­ret­to über Mi­ka­do bis zum Jo­Jo war al­les da­bei. Wäh­rend der Spie­le wur­den auf ei­nem Lap­top Bil­der vom Aus­flug nach Saar­ge­münd ge­zeigt, den Quast kürz­lich mit den An­woh­nern or­ga­ni­siert hat­te. „Wir ha­ben vor, sol­che Aus­flü­ge ab so­fort in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den zu ma­chen. Der nächs­te geht wahr­schein­lich ins Zei­tungs­mu­se­um nach Wad­gas­sen“, sag­te Quast.

Aber nicht im­mer steht das Ver­gnü­gen im Vor­der­grund. Oft geht es auch um Pro­ble­me, die die An­woh­ner be­schäf­ti­gen, wie zum Bei­spiel die – be­son­ders für äl­te­re Men­schen – pro­ble­ma­ti­sche Ver­kehrs­si­tua­ti­on in der Preu­ßen­stra­ße.

Nicht sel­ten wer­den sol­che The­men im „Ca­fé Schnick­schnack“dis­ku­tiert. Quast ist da­bei nie­mand, der den An­woh­nern die Ar­beit ab­nimmt oder ei­ne be­stimm­te Mei­nung ver­tritt.

Er ver­steht sich als Ver­mitt­ler zwi­schen un­ter­schied­li­chen Po­si­tio­nen und zeigt den Be­su­chern Mög­lich­kei­ten auf, wie sie mit ih­ren Pro­ble­men um­ge- hen kön­nen. „Vor al­lem aber geht es uns dar­um, dass sich die An­woh­ner hier aus­tau­schen kön­nen. Es gibt im Be­reich der Bruch­wie­se kei­ne Be­ra­tungs­stel­le und auch sonst kaum Struk­tu­ren im so­zia­len Be­reich“, be­klag­te er am Mitt­woch: „Dem wol­len wir mit un­se­rem Pro­jekt et­was ent­ge­gen­set­zen.“Dass das Pro­jekt aus­ge­rech­net im „Ca­fé Schnick­schnack“zu Hau­se ist, ist kein Zu­fall. Auch des­sen Be­trei­be­rin Sylvia Kl­auss ver­steht ih­ren La­den, in dem sie ge­brauch­te und neu­wer­ti­ge Sa­chen von An­woh­nern und Aus­wär­ti­gen ge­gen ei­nen fi­nan­zi­el­len Bei­trag ver­kauft, als „Klatsch-Zen­trum“, wo Men­schen mit­ein­an­der ins Ge­spräch kom­men.

Die At­mo­sphä­re im La­den scheint wie ge­schaf­fen für ei­nen Spie­le­nach­mit­tag. Po­ker wur­de an die­sem Nach­mit­tag üb­ri­gens nicht mehr ge­spielt. Viel­leicht beim nächs­ten Mal. Der Spie­le­nach­mit­tag am Mitt­woch wird je­den­falls si­cher nicht der letz­te ge­we­sen sein.

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