Über­do­sis nervt die Na­sen

SZ-Re­dak­teur Frank Koh­ler hat ges­tern all­zu oft auf die Par­fum­pum­pe ge­drückt.

Saarbruecker Zeitung - - ZEITUNG FÜR SAARBRÜCKEN -

Wer mor­gens schnie­fend er­wacht, soll­te für den Rest des Ta­ges sei­nem Nä­schen miss­trau­en. St­un­den spä­ter ist das All­er­gi­ker-Riech­or­gan zwar nicht mehr to­tal ver­stockt, aber im­mer noch weit ent­fernt da­von, al­les um sich mit­zu­be­kom­men. Das soll­te sich rä­chen, als ich zum Par­fum grei­fe, um mei­ne Lau­ne noch ein biss­chen zu he­ben. Die­ser Duft hat mir im­mer schon ge­fal­len. Aber was ist bloß los? Ich sprü­he. Rie­che aber nichts. Wie­der und wie­der drü­cke ich auf die Pum­pe. Im­mer noch nichts. Al­so noch mal sprü­hen und noch mal. Ob da wohl zu we­nig raus­kommt? Nach dem sechs­ten Mal las­se ich es, all­mäh­lich miss­trau­isch ge­wor­den, gut sein. Denn noch im­mer wei­gert sich mein Riech­kol­ben, ir­gend­et­was zur Kennt­nis zu neh­men. Da­für be­merkt mein lie­ber Kol­le­ge und Schreib­ti­sch­nach­bar so­fort die mor­gend­li­che Par­fumpan­ne. Der Ven­ti­la­tor ver­sucht ver­ge­bens, die mich um­la­gern­de Wol­ke weg­zu­pus­ten. Mein Hof­fen ver­fliegt, ich könn­te mir aus dem Au­to ei­ne Wes­te ho­len, um die Fol­gen der Über­do­sis we­nigs­tens zu be­de­cken. Die Wes­te liegt zu Hau­se. Und die Par­füm­wol­ke hängt in­zwi­schen so mäch­tig im Bü­ro, dass so­gar mei­ne Na­se zu sich kommt, wenn auch viel zu spät. Je­der Atem­zug er­in­nert mich fort­an bis zur abend­li­chen Du­sche an die Über­trei­bung, die den Duft zur Qu­al macht. Das ist mir ei­ne Leh­re. Heu­te muss ein Deo rei­chen. Un­par­fü­miert.

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