To­te und Ver­letz­te bei Bom­ben­an­schlag in Bang­kok

Min­des­tens 19 To­te nach Bom­ben-An­schlag in Thai­land

Saarbruecker Zeitung - - ERSTE SEITE - Von Cod Sa­tru­sa­yang und Christiane Oel­rich (bei­de dpa)

Bang­kok. Bei ei­ner ge­wal­ti­gen Bom­ben­ex­plo­si­on sind in der thai­län­di­schen Haupt­stadt Bang­kok min­des­tens 19 Men­schen um­ge­kom­men. Rund 80 wur­den ver­letzt, als der Spreng­satz ges­tern an ei­nem bei Ein­hei­mi­schen und Tou­ris­ten be­lieb­ten Schrein mit­ten im Ein­kaufs­vier­tel de­to- nier­te. Un­ter den Op­fern sei „ei­ne be­deu­ten­de Zahl an Aus­län­dern“, sag­te Po­li­zei­spre­cher Pra­wut Tha­vorn­si­ri. Die deut­sche Bot­schaft be­müh­te sich um Auf­klä­rung, ob Deut­sche un­ter den Op­fern sind. Die thai­län­di­sche Po­li­zei ging von ei­nem An­schlag aus.

Ei­ne De­to­na­ti­on zer­reißt die Abend­luft in Bang­kok, Ge­bäu­de wa­ckeln, Men­schen schrei­en. Und plötz­lich ist nichts mehr in der le­bens­fro­hen Me­tro­po­le, wie es war: Die Ex­plo­si­on reißt vie­le Men­schen in den Tod.

Bang­kok. Ei­ne ver­kohl­te Mas­se Me­tall und Gum­mi, das ist al­les, was von dem Mo­ped noch üb­rig ist. Es liegt auf der Kreu­zung Rat­chapra­song mit­ten im Ein­kaufs­vier­tel von Bang­kok. Ein paar Me­ter wei­ter brennt es. Was genau da in Flam­men auf­ge­gan­gen ist, ist nicht zu se­hen. An der Ecke ist ein be­rühm­ter Schrein, da hul­di­gen nor­ma­ler­wei­se Tän­ze­rin­nen in prunk­vol­len Ko­s­tü­men dem Hin­duGott Brah­ma. Jetzt ist in der Nä­he ein Kra­ter im Bo­den. Der Schrein selbst ist noch er­leuch­tet, aber di­rekt da­ne­ben lie­gen min­des­tens fünf Lei­chen un­ter wei­ßen Tü­chern. Blut­la­chen sind zu se­hen, Hand­ta­schen, ei­ne zer­fetz­te Ja­cke. Hor­ror­sze­nen wie im Krieg.

Bei ei­ner ge­wal­ti­gen Bom­ben­ex­plo­si­on sind in der thai­län­di­schen Haupt­stadt Bang­kok bis­her min­des­tens 19 Men­schen um­ge­kom­men. Rund 80 wur­den ver­letzt, als der Spreng­satz am Mon­tag­abend (Orts­zeit) an dem bei Ein­hei­mi­schen und Tou­ris­ten be­lieb­ten Schrein mit­ten im Ein­kaufs­vier­tel de­to­nier­te. Un­ter den Op­fern sei „ei­ne be­deu­ten­de Zahl an Aus­län­dern“, sag­te Po­li­zei­spre­cher Pra­wut Tha­vorn­si­ri.

Die deut­sche Bot­schaft be­müh­te sich um Auf­klä­rung, ob auch Deut­sche un­ter den Op­fern sind, wie aus dem Aus­wär­ti­gen Amt ver­lau­te­te. Kon­kre­te Hin­wei­se auf deut­sche Op­fer la­gen zu­nächst aber kei­ne vor. Das pol­ni­sche Au­ßen­mi­nis­te­ri­um rief Thai­land-Tou­ris­ten zu ver­stärk­ter Vor­sicht auf. Or­te von Men­schen­an­samm­lun­gen soll­ten ge­mie­den wer­den.

Die thai­län­di­sche Po­li­zei ging von ei­nem An­schlag aus. Sie ha­be in der Um­ge­bung ei­nen wei­te­ren Spreng­satz ge­fun­den und ent­schärft, sag­te der Spre­cher. Die um­lie­gen­den Ein­kaufs­zen­tren wur­den ge­räumt. Hun­der­te Po­li­zis­ten durch­such­ten die Um­ge­bung nach wei­te­ren Bom­ben. Es gab aber zu­nächst kein Be­ken­ner­schrei­ben. Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um er­klär­te aber, dass „Aus­län­der“das Ziel des An­schlags ge­we­sen sei­en, um der für Thai­land äu­ßerst wich­ti­gen Tou­ris­mus­bran­che zu scha­den.

In dem bud­dhis­ti­schen Land gibt es zwar ge­walt­tä­ti­ge mus­li­mi­sche Se­pa­ra­tis­ten im Sü­den, und die Ge­sell­schaft ist po­li­tisch tief ge­spal­ten. In Thai­land kämp­fen seit Jah­ren zwei po­li­ti­sche La­ger um die Re­gie­rungs­macht. Grob ste­hen sich alt­ein­ge­ses­se­ne Eli­ten und wohl­ha­ben­de Städ­ter und Bau­ern aus der Pro­vinz so­wie ar­me Stadt­be­woh­ner ge­gen­über. Sie ha­ben Mas­sen­de­mons­tra­tio­nen und Stra­ßen­blo­cka­den in Bang­kok or­ga­ni­siert und sich teils blu­ti­ge Stra­ßen­schlach­ten ge­lie­fert. Dut­zen­de Men­schen sind da­bei seit 2010 ums Le­ben ge­kom­men. An­schlä­ge in der Haupt­stadt, et­wa zur Desta­bi­li­sie­rung der Re­gie­rung, sind aber ei­gent­lich un­be­kannt. In Thai­land re­giert seit ei­nem Mi­li­tär­putsch im Mai 2014 Putsch­füh­rer Prayuth Cha­no­cha.

Die Jun­ta rief zur Ru­he auf. „Bringt kei­ne Ge­rüch­te in Um­lauf, die Ver­wir­rung im Land stif­ten könn­ten“, sag­te Jun­taSpre­cher Wint­hai Su­va­ri. „Wir ver­si­chern, dass die Be­hör­den jetzt al­les un­ter Kon­trol­le ha­ben.“Er wi­der­sprach Ge­rüch­ten in so­zia­len Netz­wer­ken, dass der Aus­nah­me­zu­stand ver­hängt wor­den sei.

FO­TO: KITTIWONGSAKUL/AFP

Thai­län­di­sche Ret­tungs­kräf­te brin­gen ei­ne ver­letz­te Per­son nach der schwe­ren Ex­plo­si­on in Si­cher­heit. Vie­le Men­schen star­ben bei dem An­schlag.

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