Bit­te­re Er­fah­run­gen für Can­na­bis- Jün­ger

Saarbruecker Zeitung - - STANDPUNKT -

Zum SZ-Ar­ti­kel „Jung-Po­li­ti­ker wol­len das Saar­land zu Mo­dell­re­gi­on für Kif­fer ma­chen“(Aus­ga­be vom 12. Au­gust) und zu an­de­ren Tex­ten

Po­li­ti­sche Ju­gend­or­ga­ni­sa­tio­nen stre­ben die Le­ga­li­sie­rung von Can­na­bis an. Mit den Steu­er­ein­nah­men wol­len sie Prä­ven­ti­on aus­bau­en. Wel­cher „Al­ki“wuss­te nicht um die Ge­fah­ren des Al­ko­hols? Kein Mensch kann vor­aus­se­hen, ob ei­ne Dro­ge so in sei- nem Ge­hirn an­dockt, dass er sich ihr nicht mehr ent­zie­hen kann. Oder ob er mit Can­na­bis ei­ne Schi­zo­phre­nie aus­löst und in ei­ner psych­ia­tri­schen Kli­nik lan­det. Mei­ne Toch­ter mit in der ge­sell­schaft­li­chen Mit­te an­ge­sie­del­tem Be­kann­ten­kreis nennt auf An­hieb fünf Gleich­alt­ri­ge, die ihr Le­ben dank Can­na­bis nicht mehr im Griff ha­ben. Dass die Ju­gend Frei­hei­ten be­an­sprucht und ri­si­ko­freu­dig ist, fin­de ich nor­mal. Von po­li­ti­schen Ju­gend­or­ga­ni­sa­tio­nen er­war­te ich ge­sell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung. Wie vie­len Men­schen dro­hen im Na­men der Frei­heit bit­te­re Er­fah­run­gen? Dag­mar Nagl-Blank, Saar­brü­cken

Sehr ge­ehr­te Frau Nagl-Blank,

auch ge­stan­de­ne Mi­nis­ter­prä­si­den­ten, nicht nur auf­müp­fi­ge Jung­po­li­ti­ker über­neh­men mit ih­rem Ja zu ei­ner Le­ga­li­sie­rung von Can­na­bis gro­ße Ver­ant­wor­tung. In der Wis­sen­schaft bie­tet sich näm­lich noch kein ein­heit­li­ches Bild ei­ner Zu­stim­mung. Die Fest­le­gun­gen schwan­ken zwi­schen Alarm und Ent­war­nung. Ich zö­ge­re je­den­falls mit ei­ner Zu­stim­mung, bis vor al­lem die Me­di­zi­ner aus dem Kreis der Be­den­ken­trä­ger ein­deu­tig aus­schei­den. Das Kif­fen hof­fä­hig zu ma­chen, kann war­ten, bis un­se­re Ärz­te nicht nur ei­ne Ver­schrei­bung auf Re­zept in Aus­nah­me­fäl­len zu­las­sen. Ihr Al­f­red Schön

Mo­ni­ka Groß, St. Wen­del

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