Waf­fen­ge­walt ge­gen Weg­nah­me von Tie­ren

Saarbruecker Zeitung - - STANDPUNKT -

Zum Ar­ti­kel „Bau­er ver­tei­digt sei­nen Hof mit der Schrot­flin­te“(Aus­ga­be vom 12. Au­gust)

Die ver­harm­lo­sen­de Über­schrift über die­sen Schuss­waf­fen­ge­brauch lässt Wild-West-Ro­man­tik auf­kei­men. Ver­tei­di­gen klingt so sym­pa­thisch. Da­bei wur­de ein Mensch aus ei­nem Ge­fühl der Selbst­ge­rech­tig­keit her­aus ge­tö­tet. Nach Ur­teil der Amts­ve­te­ri­nä­re wur­den die Tie­re of­fen­bar so schlecht ge­hal­ten, dass sie nur durch ei­ne Weg­nah­me zu schüt­zen wa­ren. Woll­te der Bau­er et­wa sein „Recht“ver­tei­di­gen, Tie­re schlecht hal­ten zu dür­fen? Ihr Recht auf Schutz vor Schmer­zen, Lei­den oder Schä­den muss vom Staat durch­ge­setzt wer­den, auch ge­gen den Wil­len des Tier­hal­ters. Ich hät­te die­se schlich­te Über­schrift ge­wählt: „Bau­er er­schießt Mit­ar­bei­ter des Ve­te­ri­när­am­tes“.

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