„Die Ar­gu­men­te für Ab­leh­nung im­mer stär­ker“

Saarbruecker Zeitung - - THEMEN DES TAGES -

Zu Jah­res­be­ginn hat der CDU-Po­li­ti­ker Hu­bert Hüp­pe ei­ner Ver­län­ge­rung des zwei­ten Hilfs­pa­kets für Grie­chen­land zu­ge­stimmt. Nun wird er wohl „Nein“sa­gen, wie schon bei der Pro­be­ab­stim­mung. War­um, er­klärt er SZ-Kor­re­spon­dent Ste­fan Vetter.

Herr Hüp­pe, war­um stim­men Sie heu­te mit „Nein“? Hüp­pe: Ehr­lich ge­sagt, ich rin­ge noch mit mir, aber ich wer­de wohl er­neut „Nein“sa­gen, weil die Ar­gu­men­te für ei­ne sol­che Ent­schei­dung eher noch stär­ker ge­wor­den sind.

Wel­che mei­nen Sie? Hüp­pe: Der In­ter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds ist noch nicht im Boot. Da­bei hieß es bis eben noch, oh­ne IWF-Be­tei­li­gung kei­ne Zu­stim­mung zu ei­nem drit­ten Hilfs­pa­ket. Er­schwe­rend kommt hin­zu, dass Grie­chen­land vor Neu­wah­len steht und man nicht weiß, wie die Macht­ver­hält­nis­se da­nach sind. Was, wenn sich ei­ne neue Re­gie­rung in At­hen wie­der nicht an die Auf­la­gen ge­bun­den fühlt? Da kann man doch nicht ru­hi­gen Ge­wis­sens zu­stim­men.

Ist das für Sie ei­ne Ge­wis­sens­fra­ge? Hüp­pe: Ja, si­cher. Ich bin ja kein no­to­ri­scher Nein-Sa­ger. Letzt­lich geht es um die wirt­schaft­li­che Zu­kunft Eu­ro­pas. Es ist ja auch ei­ne ethi­sche Fra­ge, wenn an­de­re Kri­sen­län­der sa­gen, war­um sol­len wir uns furcht­bar an­stren­gen, wenn den Grie­chen im­mer wie­der mit Mil­li­ar­den ge­hol­fen wird. Sol­che Län­der wol­len dann ähn­li­che Kon­di­tio­nen ha­ben wie Grie­chen­land. Nur, auf die­se Wei­se bricht das gan­ze Sys­tem zu­sam­men.

FO­TO: FO­TO­LIA

Kein an­de­rer Eu­ro-Part­ner hat so viel zu den Hilfs­pa­ke­ten für At­hen bei­ge­tra­gen wie Deutsch­land.

Hu­bert Hüp­pe

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