Freund­li­che Men­schen

SZ-Le­ser Steffen Berndt glaubt jetzt an das Gu­te im Men­schen. SZ-Re­dak­teur Michael Em­me­rich er­zählt, war­um.

Saarbruecker Zeitung - - ZEITUNG FÜR SAARBRÜCKEN -

Wer ei­ne Rei­se macht, kann was er­zäh­len. SZ-Le­ser Steffen Berndt hat et­was er­lebt, was er un­be­dingt öf­fent­lich ma­chen möch­te. Im Ur­laub tob­te er mit den Söh­nen im Was­ser an der hol­län­di­schen Nord­see – und auf ein­mal war der Ehe­ring weg. Die Su­che blieb er­folg­los. Berndt kon­tak­tier­te die Strand­wacht; die mach­te ihn auf Hob­by-De­tek­ti­ve auf­merk­sam, die in ih­rer Frei­zeit mit De­tek­to­ren den Strand nach ver­lo­re­nen Din­gen ab­su­chen. Berndt nahm ei­ne Vi­si­ten­kar­te mit, mach­te sich aber kei­ne gro­ße Hoff­nung. Den­noch mel­de­te er sich bei dem Zo­ek­ser­vice, wie es im Nie­der­län­di­schen heißt. Am Sams­tag­mor­gen woll­te Fa­mi­lie Berndt heim­rei­sen. Nachts um 1.10 Uhr mel­de­ten sich die Hob­by-De­tek­ti­ve per What’s App und schick­ten ein Fo­to von ei­nem Ring, den sie so­eben mit Hil­fe ih­rer De­tek­to­ren am Strand ent­deckt hat­ten. Es war der Ehe­ring von Steffen Berndt. Der eil­te zum Strand und nahm das wert­vol­le Stück in Emp­fang. Die bei­den Män­ner vom Zo­ek­ser­vice woll­ten nur ih­re Fahrt­kos­ten er­stat­tet be­kom­men, aber Berndt be­dank­te sich mit ei­nem Finderlohn. Und er ge­wann die Er­kennt­nis, dass es sich lohnt, an das Gu­te im Men­schen zu glau­ben. Berndt sagt, er ha­be sich nicht vor­stel­len kön­nen, dass es Leu­te gibt, die in ih­rer Frei­zeit nach ver­lo­re­nen Sa­chen an­de­rer su­chen, nachts und kos­ten­los. Die gibt es, das weiß er nun.

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