Men­schen ret­ten, Brän­de lö­schen

Feu­er­wehr­leu­te aus dem Stadt­ver­band prob­ten in Brebach, was zu tun ist, wenn’s brennt

Saarbruecker Zeitung - - LOKALES - Von SZ-Mit­ar­bei­ter Andre­as Lang

Im Brand­fall ei­nen küh­len Kopf zu be­wah­ren, kann man trai­nie­ren. Bei der Jah­res­übung des Löschab­schnit­tes Ost wur­de im Ge­wer­be­ge­biet am Breb­a­cher Kurt-Schuh­ma­cher-Weg si­che­res und scho­nen­des Ret­ten ge­probt.

Brebach. Es dau­ert ein biss­chen, bis die frei­wil­li­gen Gü­din­ger Feu­er­wehr­leu­te die Übungs­pup­pe von dem Dach des blau­en Con­tai­ners im Ge­wer­be­ge­biet am Kur­tSchuh­ma­cher-Weg ge­bor­gen ha­ben. Doch auch wenn es sich um ei­ne Pup­pe han­delt, gilt die Vor­ga­be der eh­ren­amt­li­chen Le­bens­ret­ter, die Ver­letz­ten so si­cher und scho­nend wie mög­lich zu ber­gen. Und da­zu muss bei der drit­ten Jah­res­haupt­übung des Löschab­schnit­tes Ost auch ei­ne Pup­pe or­dent­lich auf die Tra­ge ge­schnallt wer­den.

Ins­ge­samt hat­ten die Feu­er­wehr­leu­te, die au­ßer­dem aus den Lösch­be­zir­ken Bü­bin­gen, Scheidt und selbst­ver­ständ­lich aus Brebach an­ge­rückt wa­ren, noch wei­te­re zwei Per­so­nen zu ber­gen, die sich in den La­ger­hal­len auf dem ehe­ma­li­gen Gört­zund-Schie­le-Ge­län­de auf­hiel­ten. Kaum fiel da­bei auf, dass vie­le der Feu­er­wehr­leu­te Trau­er im Her­zen tru­gen. Ihr Ka­me­rad Sven hat­te im Al­ter von 29 Jah­ren kurz zu­vor – trotz gro­ßer Ty­pi­sie­rungs­ak­ti­on über die So­zi­al­netz­wer­ke – den Kampf ge­gen die Leuk­ämie ver­lo­ren. So hat­te zum Bei­spiel der Breb­a­cher Feu­er- wehr­mann Rü­di­ger Schaum ei­nen Trau­er­flor am Spie­gel sei­nes al­ten Feu­er­wehr­fahr­zeugs an­ge­bracht.

Zu­rück zur Jah­res­haupt­übung, bei der ei­ni­ge Zu­schau­er rät­sel­ten, war­um die Feu­er­wehr­leu­te ei­nen mit Pa­pier­bal­len ge­füll­ten, bren­nen­den Con­tai­ner mit Schaum lö­schen woll­ten. Pa­pier lie­ße sich doch ei­gent­lich ganz gut mit ge­wöhn­li­chem Was­ser lö-

Die Feu­er­wehr­übung fand auf dem Ge­län­de der Fir­ma Witt Re­al Esta­te in der Kurt-Schu­ma­cher-Stra­ße in Brebach statt.

schen, so die land­läu­fi­ge Mei­nung. Bren­nen gro­ße Men­gen in ei­nem Con­tai­ner, ist das aber of­fen­sicht­lich an­ders, wie die Ex­per­ten wis­sen. Wil­li Hartz, dienst­äl­tes­ter der Saar­brü­cker Löschab­schnitts­füh­rer im Stadt­ge­biet, er­klär­te: „Um si­cher­zu­stel­len, dass man al­le Brand­nes­ter er­wischt hat, müss­te man dann schon den gan­zen Con­tai­ner mit Was­ser flu­ten.“Oder man nimmt dem nas­sen Ele­ment sei­ne Ober­flä­chen­span­nung - zum Bei­spiel, in­dem man ein we­nig Schaum­mit­tel da­zu mischt.

Nur mit Was­ser spritz­ten da­ge­gen die Trupps, die ver­hin­der­ten, dass der Con­tai­ner­brand auf La­ger- und Bü­ro­räu­me in den Ge­bäu­den über­griff. Genau so, wie es der Breb­a­cher Lösch­be­zirks­füh­rer Gün­ther Holzer als Er­fin­der der Übung vor­ge­se­hen hat­te. Die Ver­letz­ten über­ga­ben an­de­re Feu­er­wehr­leu­te zu die­sem Zeit­punkt be­reits an den Ret­tungs­dienst. Die Pup­pe vom Con­tai­ner­dach brach­ten die Gü­din­ger Le­bens­ret­ter über die Lan­der­am­pe des Ge­bäu­des in Si­cher­heit. So scho­nend und si­cher wie eben mög­lich. al

FO­TO: BE­CKER&BREDEL

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