Re­gie­run­gen brau­chen fri­sches Ge­dan­ken­gut

Saarbruecker Zeitung - - STANDPUNKT -

Zum Ar­ti­kel „Bun­des­tags­wahl al­le fünf Jah­re?“(SZ-Aus­ga­be vom 4. Au­gust) und zu Le­ser­brie­fen

Bit­te nicht! Von Bun­des­tags­prä­si­dent Lam­mert wird das Ar­gu­ment an­ge­führt: Das er­gibt mehr Gestal­tungs­spiel­raum. Wie bit­te? Das be­deu­tet höchs­tens mehr Zeit für die Tau­sen­den Lob­by­is­ten und ih­re Ver­lo­ckun­gen. Die Ko­ali­ti­on hat be­reits nach zwei Jah­ren den Ko­ali­ti- ons­ver­trag „ab­ge­ar­bei­tet“. Und jetzt? Statt den Gestal­tungs­spiel­raum zu nut­zen, ver­fal­len al­le in den Wahl­krampf­mo­dus. Le­gis­la­tur­pe­ri­oden än­dern: Ja! Ma­xi­mal zwei Re­gie­rungs­pe­ri­oden für den Kanz­ler oder die Kanz­le­rin ver­hin­dern Still­stand und Ver­fil­zung, lie­ßen fri­sches Ge­dan­ken­gut (kein ge­klau­tes) in die Re­gie­rungs­ar­beit ein­flie­ßen! Für die Rest-Wahl­pe­ri­ode könn­te die Re­gie­rung den Gestal­tungs­spiel­raum nut­zen für den Ab­bau Jahr­zehn­te al­ter Un­ge­rech­tig­kei­ten und zum Ab­ar­bei­ten der vie­len al­ten un­be­ach­tet lie­gen ge­las­se­nen Pro­ble­me. Ich weiß, vie­le den­ken jetzt: Träum wei­ter. Hans- Jür­gen Zie­buhr, Saar­brü­cken

Sehr ge­er­ter Herr Zie­buhr,

bit­te träu­men Sie wei­ter. Ihr Vor­schlag, nur die ein­ma­li­ge Wie­der­wahl ei­nes Bun­des­kanz­lers/ei­ner Bun­des­kanz­le­rin zu­zu­las­sen, ist reiz­voll. Ich fra­ge mich nur, ob die von Ih­nen eben­falls be­schrie­be­ne Po­li­ti­ker­ver­dros­sen­heit ge­rin­ger wä­re, wenn Kon­rad Ade­nau­er, Hel­mut Kohl oder An­ge­la Mer­kel frü­her hät­ten auf­hö­ren müs­sen. Ih­ren Auf­ruf, den Gestal­tungs­spiel­raum zur Lö­sung sozialer Fra­gen und zum Auf­ar­bei­ten lie­gen ge­las­se­ner Pro­ble­me zu nut­zen, wird je­den­falls die Mehr­heit un­se­rer Le­se­rin­nen und Le­ser un­ter­schrei­ben. Die Län­ge der Wahl­pe­ri­oden ist da­bei egal. Ihr Al­f­red Schön

Ger­hard Glä­se­ner, Be­ckin­gen

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