Flam­men-In­fer­no in Sulz­bach

Mil­lio­nen­scha­den bei Hydac – Brand zer­stört Pro­duk­ti­ons­hal­le – 250 Feu­er­wehr­leu­te im Ein­satz

Saarbruecker Zeitung - - SAARLAND - Von SZ-Re­dak­teu­rin Michè­le Hart­mann

Die ge­wal­ti­gen Rauch­schwa­den wa­ren in wei­ten Tei­len des Saar­lan­des zu se­hen. Beim Hy­drau­likSpe­zia­lis­ten Hydac in Sulz­bach hat ein Feu­er gro­ßen Scha­den an­ge­rich­tet. Die Po­li­zei muss­te Schau­lus­ti­ge zu­rück­drän­gen.

Sulz­bach. Fas­sungs­lo­sig­keit, tie­fe Be­stür­zung und Men­schen, die ih­ren Trä­nen frei­en Lauf las­sen: Was sich ges­tern Nach­mit­tag rund um das In­dus­trie­ge­biet in Sulz­bach-Neu­wei­ler ab­spiel­te, ist kaum in Wor­te zu fas­sen. Die vie­len Mit­ar­bei­ter des Welt­un­ter­neh­mens Hydac muss­ten mit an­se­hen, wie ei­ne rie­si­ge Pro­duk­ti­ons­hal­le und ein Ver­wal­tungs­trakt Op­fer ei­nes in­fer­na­li­schen Feu­ers wur­den. Un­vor­stell­ba­re, im wei­ten Um­kreis nie ge­se­he­ne schwar­ze Rauch­schwa­den, die bis nach Saar­brü­cken, so­gar bis nach Saar­lou­is zu se­hen wa­ren, wa­ber­ten über der Stadt und scho­ben sich spä­ter Rich­tung Fried­richs­thal. Die Be­völ­ke­rung wur­de da­zu auf­ge­ru­fen, Fens­ter und Tü­ren zu schlie­ßen, weil zu die­sem Zeit­punkt nicht klar war, was an Che­mi­ka­li­en in der Luft lag.

Sieg­bert Mör­schel, der Ein­satz­lei­ter der Po­li­zei vor Ort, er­klär­te, dass der Groß­brand kurz vor 15 Uhr aus­ge­bro­chen sei. Die Brand­ur­sa­che war bis Re­dak­ti­ons­schluss un­klar, Ex­per­ten des Lan­des­po­li­zei­prä­si­di­ums in Saar­brü­cken wa­ren da noch zu­gan­ge. Die Po­li­zei ließ so schnell wie mög­lich das ge­sam­te In­dus­trie­ge­biet räu­men und trieb auch et­li­che Schau­lus­ti­ge zu­rück, die das Ge­sche­hen aus nächs­ter Nä­he be­ob­ach­ten woll­ten. Zeit­wei­se kam es auch auf der am In­dus­trie­ge­biet vor­bei­füh­ren­den Land­stra­ße 126 zum Stau, weil al­le Bli­cke in Rich­tung der mas­si­ven Rauch­schwa­den gin­gen. Im In­ter­net war rasch die Re­de von ei­ner ge­wal­ti­gen Ex­plo­si­on. Der Po­li­zei­Ein­satz­lei­ter je­doch sprach ge­gen­über der SZ von ei­ner Ver­puf­fung, die al­ler­dings so ge­wal­tig war, dass sie das Dach der Pro­duk­ti­ons­hal­le hoch­zu­drü­cken ver­moch­te. In Brand ge­rie­ten laut Po­li­zei vor al­lem in ei­nem Ge­bäu­de­trakt ge­la­ger­te Gum­mi­tei­le, Holz und Far­ben. Im Ein­satz wa­ren die Feu­er­weh­ren aus dem ge­sam­ten Sulz­bach- und Fisch­bach­tal, aus ei­ni­gen Saar­brü­cker Stadt­tei­len, aus St. Ing­bert, Homburg und Kir­kel. Au­ßer­dem im Ein­satz wa­ren das Tech­ni­sche Hilfs­werk und das Ro­te Kreuz.

Der Pres­se­spre­cher der Hydac will sich erst am heu­ti­gen Mitt­woch zum Aus­maß der Brand­ka­ta­stro­phe äu­ßern. Der­weil be­rich­te­te die Po­li­zei am Abend, dass drei Men­schen durch Rauch­ga­se leicht ver­letzt wor­den sei­en. Mehr als 250 Feu­er­wehr­leu­te wa­ren im Ein­satz. Ei­ni­ge von ih­nen hiel­ten auch noch Brand­wa­che bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den. Auf ei­ne Scha­dens­hö­he woll­te sich Feu­er­wehr-Ein­satz­lei­ter To­ny Ben- der am gest­ri­gen Abend nicht fest­le­gen. Klar sei aber, dass ein Scha­den in Mil­lio­nen­hö­he ent­stan­den sei. Dies be­stä­tig­te auch die Po­li­zei. Was in­des die schwar­zen Rauch­schwa­den an­geht, so be­ton­te Ben­der, dass es ,,mess­tech­nisch kei­ne Hin­wei­se“auf ei­ne Ge­fähr­dung der Be­völ­ke­rung ge­be.

Die Fir­ma Hydac mit Stamm­sitz in Sulz­bach ist mit ih­ren mehr als 6000 Mit­ar­bei­tern, 45 Aus­lands­ge­sell­schaf­ten und über 500 Ver­triebs- und Ser­vice-Part­nern rund um den Glo­bus tä­tig. Be­kannt ist das Un­ter­neh­men vor al­lem für sein Know-how in Fluid­tech­nik, Hy­drau­lik und Elek­tro­nik. Wirt­schafts­mi­nis­te­rin Anke Rehlin­ger (SPD) mach­te sich ges­tern vor Ort ein Bild vom Aus­maß der Zer­stö­rung. „Ich hof­fe sehr, dass die Brand­ka­ta­stro­phe den Ge­schäfts­be­trieb nicht auf län­ge­re Zeit be­ein­träch­tigt“, teil­te sie mit. Sie bot die Un­ter­stüt­zung ih­res Mi­nis­te­ri­ums an.

FO­TOS: BE­CKER&BREDEL, ANDRE­AS EN­GEL, WER­NER GANZ

Die Feu­er­weh­ren aus meh­re­ren saar­län­di­schen Kom­mu­nen wa­ren st­un­den­lang im Ein­satz:

Die rie­si­ge Rauch­säu­le zog über die Stadt Sulz­bach hin­weg, wie die Auf­nah­me von SZ-Le­ser­re­por­ter Wer­ner Ganz (links) zeigt. Die Feu­er­wehr kämpf­te auch mit Dreh­lei­tern ge­gen die Flam­men.

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