Zu wel­chen Er­geb­nis­sen ein Asyl­an­trag füh­ren kann

Ei­ne Asyl­be­rech­ti­gung er­hal­ten nur die al­ler­we­nigs­ten – Bei Ab­leh­nung Aus­rei­se oder Ab­schie­bung

Saarbruecker Zeitung - - LANDESPOLITIK / REGION -

An­er­ken­nung als Flücht­ling nach der Gen­fer Flücht­lings­kon­ven­ti­on:

So­weit Schutz ge­währt wird, ist dies in den mit Ab­stand meis­ten Fäl­len das Er­geb­nis. Vor­aus­set­zung ist, dass die Per­son in ih­rer Hei­mat we­gen ih­rer Ras­se, Re­li­gi­on, Na­tio­na­li­tät, po­li­ti­schen Über­zeu­gung oder Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­ner so­zia­len Grup­pe ver­folgt wird – ent­we­der vom Staat oder von nicht-staat­li­chen Ak­teu­ren. Wer als Flücht­ling an­er­kannt wird, er­hält au­to­ma­tisch ei­ne Auf­ent­halts­er­laub­nis für min­des­tens drei Jah­re, kann sei­ne Fa­mi­lie nach­ho­len, an In­te­gra­ti­ons­maß­nah­men teil­neh­men und ar­bei­ten.

An­er­ken­nung als Asyl­be­rech­tig­ter nach Ar­ti­kel 16 Grund­ge­setz:

Nur we­ni­ge Flücht­lin­ge be­kom­men die­sen Sta­tus mit Ver­fas­sungs­rang. Es gel­ten hö­he­re Vor­aus­set­zun­gen als beim Flücht­lings­schutz. Bei­spiels­wei­se muss die Ver­fol­gung von staat­li­chen Stel­len aus­ge­hen, und die flüch­ten­de Per­son muss di­rekt, oh­ne über ei­nen Dritt­staat, nach Deutsch­land ge­kom­men sein, was nur per Flug­zeug mög­lich ist. Die Rechts­fol­gen für den Ein­zel­nen sind iden­tisch mit dem Flücht­lings­schutz.

Ge­wäh­rung von sub­si­diä­rem Schutz: Wem die ers­ten bei­den We­ge ver­sperrt sind, kann als so­ge­nann­ter sub­si­di­är Schutz­be­rech­tig­ter an­er­kannt wer­den, wenn er stich­hal­ti­ge Grün­de da­für lie­fert, dass ihm in sei­nem Her­kunfts­land ein ernst­haf­ter Scha­den droht. Da­zu zäh­len die To­des­stra­fe, Fol­ter oder ei­ne erns­te Be­dro­hung des Le­bens durch (Bür­ger-)Krieg. Die Auf­ent­halts­er­laub­nis gilt für min­des­tens ein Jahr.

Ab­schie­bungs­ver­bot: Es gilt, wenn bei Ab­schie­bung ei­ne „er­heb­li­che kon­kre­te Ge­fahr für Leib, Le­ben oder Frei­heit“be­steht. Dies kann zum Bei­spiel der Fall sein, wenn die Per­son schwer er­krankt ist und ei­ne Ab­schie­bung ih­ren Ge­sund­heits­zu­stand we­gen der schlech­ten me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung in ih­rem Hei­mat­land we­sent­lich ver­schlech­tern wür­de.

Ab­leh­nung: Ei­ne Per­son, de­ren An­trag ab­ge­lehnt wird, kann vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt ge­gen die­se Ent­schei­dung kla­gen. Be­stä­tigt das Ge­richt die Ent­schei­dung, so muss die Per­son in­ner­halb ei­ner be­stimm­ten Frist aus­rei­sen. Tut sie das nicht, wird sie ab­ge­scho­ben. kir

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