Ge­met­zel mit Glatz­kopf

Neu im Ki­no: „Hit­man: Agent 47“von Aleksan­der Bach – Bru­ta­les Action-Spe­ka­ta­kel mit Ru­pert Fri­end

Saarbruecker Zeitung - - KINO - Von Fran­zis­ka Bos­sy

Die er­folg­rei­che Com­pu­ter­spiel­se­rie „Hit­man“er­freut ih­re Fans seit ei­ni­gen Jah­ren mit im­mer neu­en Ge­schich­ten um ei­nen Auf­trags­kil­ler. Schon ein­mal wur­de der Stoff für die gro­ße Lein­wand ver­filmt („Hit­man: Je­der stirbt al­lei­ne“, 2007), nun folgt mit dem Thril­ler „Hit­man: Agent 47“ei­ne wei­te­re Ki­no­ver­si­on. Dar­in spielt der bri­ti­sche Film­star Ru­pert Fri­end („Home­land“) den Eli­te-Auf­trags­mör­der 47. Er ist ge­ne­tisch dar­auf ab­ge­rich­tet, emo­ti­ons­los zu tö­ten – stär­ker, schnel­ler und in­tel­li­gen­ter als nor­ma­le Men­schen.

Der glatz­köp­fi­ge Agent 47 hat den Auf­trag, in­ner­halb von 48 St­un­den zwei „Zie­le“zu ver­nich­ten. So soll er den macht­gie­ri­gen Un­ter­neh­mer LeC­lerq (Tho­mas Kret­sch­mann) dar­an hin­dern, ei­ne Kil­ler-Ar­mee zu er­schaf­fen. Der Schlüs­sel da­zu, das Kil­ler-Pro­gramm wie­der auf­le­ben zu las­sen, ist ei­ne jun­ge Frau na­mens Ka­tia (Han­nah Wa­re). Als die in Berlin ge­sich­tet wird, be­ginnt ei­ne ra­san­te Jagd nach ihr: Denn bei­de Sei­ten wol­len sie zu­erst aus­fin­dig ma­chen – und mit ih­rem Wis­sen ih­ren Va­ter, der das For- schungs­pro­jekt einst er­folg­reich ge­star­tet hat. Fort­an be­fin­det sich Ka­tia auf der Flucht und steht vor der le­bens­wich­ti­gen Fra­ge, wem sie in die­sem töd­li­chen Spiel ei­gent­lich trau­en kann.

Gro­ßen Wert wur­de bei die­sem Pro­jekt vor al­lem auf die Aus­stat­tung ge­legt, ein- Schlech­te Kar­ten: Agent 47 (Ru­pert Fri­end), stets adrett ge­klei­det, sitzt ganz schön in der Klem­me. deu­ti­ge Pro­dukt­plat­zie­rung in­klu­si­ve. Der Plot ist ein­ge­bet­tet in ei­ne Zwei-Wel­tenÄs­t­he­tik: Auf der ei­nen Sei­te steht ei­ne tech­ni­sier­te Welt, die in ei­ner küh­len Schwar­zWeiß-Rot- Op­tik ge­hal­ten ist. Auf der an­de­ren Sei­te in­sze­niert Re­gis­seur Aleksan­der Bach ei­ne mensch­li­che Welt, die in ei­nem war­men Re­tro-Look da­her­kommt. Es ist das Set­ting, in dem Ka­tia auf der Su­che nach ih­rem Va­ter auch das Ge­heim­nis ih­rer Her­kunft er­grün­den will. Die jun­ge Frau in Je­ans und Le­der­ja­cke ackert sich in ei­nem stau­bi­gen Ber­li­ner Ar­chiv durch Pa­pier­ber­ge.

Zen­tra­le Zu­ta­ten des Films sind, wie bei ei­nem Action-Spek­ta­kel zu er­war­ten, die spek­ta­ku­lä­ren Kampf­sze­nen und die zum Teil äu­ßerst bru­ta­len Ge­met­zel. Will man den Film kri­tisch be­trach­ten, ist er zwei­fels­oh­ne ge­walt­ver­herr­li­chend. Fans des Gen­res hin­ge­gen wer­den wohl die klei­nen, iro­ni­schen Mo­men­te zu schät­zen wis­sen: Et­wa wenn Ru­pert Fri­end sich in sei­nem adret­ten, schwar­zen An­zug nach ei­ner hef­ti­gen Schie­ße­rei eher un­be­ein­druckt die nur leicht blut­be­fleck­te wei­ße Man­schet­te zu­recht­rückt. (USA/D 2015, 97 Min., Re­gie: Aleksan­der Bach)

Fo­to: Fox

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