Mehr Saar­län­der von Ar­mut be­droht

Grü­ne, Lin­ke und So­zi­al­ver­band VdK for­dern öf­fent­lich ge­för­der­ten Ar­beits­markt

Saarbruecker Zeitung - - WIRTSCHAFT -

Die Zahl der von Ar­mut be­droh­ten Saar­län­der steigt wei­ter, so das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt. Da­durch wird die For­de­rung wie­der laut, ei­nen öf­fent­lich ge­för­der­ten so­zia­len Ar­beits­markt zu schaf­fen.

Wiesbaden/Saar­brü­cken. Fast je­der sechs­te Saar­län­der ist von Ar­mut be­droht. Der An­teil be­trug im ver­gan­ge­nen Jahr 17,5 Pro­zent und lag da­mit über dem Wert des Vor­jah­res (17,1 Pro­zent) so­wie über dem Bun­des­schnitt (15,4 Pro­zent). Das geht aus Zah­len des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes her­vor. Zu­neh­mend ge­fähr­det sind dem­nach vor al­lem Ar­beits­lo­se, ge­ring Qua­li­fi­zier­te und Rent­ner so­wie äl­te­re Frau­en und Men­schen oh­ne deut­schen Pass. Bei Al­lein­er­zie­hen­den und ih­ren Kin­dern ist das Ri­si­ko fast un­ver­än­dert hoch. Als ar­muts­ge­fähr­det gilt, wer we­ni­ger als 60 Pro­zent des mitt­le­ren Ein­kom­mens der Be­völ­ke­rung hat.

Der So­zi­al­ver­band VdK for­dert so­zi­al­po­li­ti­sche Kon­se­quen­zen. Der Bund sol­le auf Ren­ten­kür­zun­gen ver­zich­ten und hö­he­re Re­gel­sät­ze in der Grund­si­che­rung ge­neh­mi­gen. Aber auch das Land sei ge­for­dert: „Wenn im Saar­land schon 175 000 Men­schen als arm gel­ten, muss die Lan­des­re­gie­rung end­lich ge­gen­steu­ern“, sag­te VdK-Lan­des­chef Ar­min Lang. So müs­se die Initia­ti­ve, das Land zur Mo­dell­re­gi­on

Ein Sym­bol der Ar­mut: Die Zahl der Pfand­fla­schen-Samm­ler wird im­mer hö­her.

für den so­zia­len Ar­beits­markt zu ma­chen, mit Nach­druck wie­der auf­ge­nom­men wer­den.

Ähn­li­ches for­dert der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Grü­nen-Land­tags­frak­ti­on, Klaus Kessler. Ar­beits­mi­nis­te­rin Anke Rehlin­ger (SPD) müs­se sich ge­gen­über der Bun­des­re­gie­rung mit Nach­druck da­für ein­zu­set­zen, „dass das Saar­land schnellst­mög­lich zur Mo­dell­re­gi­on für den Pas­siv-Ak­tiv-Trans­fer wird“. Die­ser For­de­rung liegt der Ge­dan­ke zu­grun­de, dass Lang­zeit­ar­beits­lo­se, die so­wie­so Leis­tun­gen aus Hartz IV be­zie­hen, für die­ses Geld in so­zia­len Pro­jek­ten be­schäf­tigt wer­den und nicht zu­hau­se zur Un­tä­tig­keit ver­dammt sind. Die Links­frak­ti­on im Land­tag spricht sich je­doch ge­gen Bil­lig­jobs aus. „Wir wol­len Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se schaf­fen, die exis­tenz­si­chernd, un­ein­ge­schränkt so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig, un­be­fris­tet, frei­wil­lig und tat­säch­lich zu­sätz­lich sind“, so der Par­la­men­ta­ri­sche Ge­schäfts­füh­rer der Frak­ti­on, Heinz Bier­baum. dpa/red

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