Luxemburg will Flücht­lin­ge bei Bür­gern ein­quar­tie­ren

Saarbruecker Zeitung - - LAND / REGION -

Luxemburg. Lu­xem­burgs Re­gie­rung will sich stär­ker in der Flücht­lings­kri­se en­ga­gie­ren. Der­zeit wer­de ge­prüft, ob Flücht­lin­ge in Pri­vat­haus­hal­ten un­ter­ge­bracht wer­den könn­ten, sag­te Pre­mier­mi­nis­ter Xa­vier Bet­tel im In­ter­view der Ta­ges­zei­tung „Lu­xem­bur­ger Wort“. Er ha­be in den ver­gan­ge­nen Ta­gen zahl­rei­che An­fra­gen von Bür­gern er­hal­ten, die be­reit sei­en, Flücht­lin­ge bei sich zu Hau­se auf­zu­neh­men.

Ge­mein­sam mit Or­ga­ni­sa­tio­nen wie et­wa der Ca­ri­tas, die be­reits Er­fah­run­gen in der Be­treu­ung von Flücht­lin­gen ha­ben, wol­le man das Pro­jekt or­ga­ni­sie­ren und den recht­li­chen Rah­men da­für be­reit­stel­len. „Die Un­ter­brin­gung bei Pri­vat­per­so­nen hat den Vor­teil, dass sich die Asyl­be­wer­ber schnel­ler und bes­ser in­te­grie­ren“, so Bet­tel. Durch ei­ne gu­te In­te­gra­ti­on könn­ten Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten ver­hin­dert wer­den.

Bet­tel kün­dig­te an, er wer­de sich auf eu­ro­päi­scher Ebe­ne für ei­ne Ei­ni­gung bei den Flücht­lings­quo­ten so­wie ei­ne EU-wei­te Lis­te si­che­rer Her­kunfts­staa­ten ein­set­zen. Falls bei der Lis­te kei­ne Fort­schrit­te auf EU-Ebe­ne er­zielt wür­den, wer­de Luxemburg ge­mein­sam mit Bel­gi­en und den Nie­der­lan­den ak­tiv wer­den und ei­ne ei­ge­ne Lis­te er­stel­len. Ei­ne sol­che Lis­te sei „ei­ne ers­te, aber wich­ti­ge Etap­pe im Um­gang mit der Flücht­lings­pro­ble­ma­tik“. Gleich­zei­tig müss­ten Asyl­ver­fah­ren schnel­ler be­ar­bei­tet und nicht asyl­be­rech­tig­te Mi­gran­ten zü­gig wie­der zu­rück­ge­schickt wer­den.

Bet­tel hofft wei­ter­hin auf ein frei­wil­li­ges EU-wei­tes Quo­ten­sys­tem zur Ver­tei­lung von Flücht­lin­gen. Soll­te dies je­doch zu kei­ner Lö­sung füh­ren, sei ei­ne ver­pflich­ten­de Re­ge­lung not­wen­dig, so der Pre­mier. „In der EU le­ben 500 Mil­lio­nen Men­schen. An­ge­sichts die­ser Grö­ßen­ord­nung kann es doch nicht sein, dass wir es nicht fer­tig brin­gen, 60 000 Flücht­lin­ge auf­zu­neh­men.“kna

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.