Ein­kaufs­wa­gen rammt ge­park­tes Au­to: Wer muss zah­len?

Ge­richt geht nicht von ty­pi­schem Au­to­un­fall aus – Un­vor­sich­ti­ger Kun­de muss Scha­den aus ei­ge­ner Ta­sche be­glei­chen

Saarbruecker Zeitung - - MOTOR -

Stellt je­mand ei­nen Ein­kaufs­wa­gen ne­ben sei­nem Au­to ab, um ein­zu­la­den, soll­te er dar­auf ach­ten, dass sich das Ge­fährt nicht in Be­we­gung setzt und an­de­re Au­tos be­schä­digt. Bei ei­nem Scha­den muss der Au­to­fah­rer per­sön­lich für den Scha­den ge­ra­de­ste­hen, denn sei­ne Kfz-Haft­pflicht­ver­si­che­rung muss nicht ein­sprin­gen.

München. (np) Auf dem Park­platz ei­nes Su­per­mark­tes stell­te ein Mann ei­nen Ein­kaufs­wa­gen ne­ben sei­nem Au­to ab, um lee­re Ge­trän­ke­kis­ten aus sei­nem Kof­fer­raum auf­zu­la­den. Der Ein­kaufs­wa­gen kam auf dem ab­schüs­si­gen

Der Kun­de, nicht sei­ne Kfz-Ver­si­che­rung muss den Scha­den be­zah­len, wenn sein Ein­kaufs­wa­gen ein Au­to be­schä­digt.

Park­platz ins Rol­len und stieß ge­gen ein an­de­res Fahr­zeug. An des­sen hin­te­rer Sei­ten­tür ent­stand ein Scha­den von 1638 Eu­ro. Der un­vor­sich­ti­ge Fah­rer mel­de­te den Vor­fall sei­ner Kfz-Haft­pflicht­ver­si­che­rung. Die­se woll­te je­doch nicht zah­len, weil der Kun­de den Un­fall nicht mit sei­nem Au­to ver­ur­sacht hat­te. Vor dem Amts­ge­richt München be­kam die Ver­si­che­rung Recht.

Die Rich­te­rin er­klär­te, die Kf­zHaft­pflicht­ver­si­che­rung müs­se nur für Un­fäl­le auf­kom­men, die sich er­eig­nen, wenn das Fahr­zeug tat­säch­lich in Be­trieb sei. Das sei im vor­lie­gen­den Fall nicht so ge- we­sen; das Au­to stand mit ab­ge­schal­te­tem Mo­tor auf dem Park­platz. Da­her ha­be das Au­to mit der Sa­che nichts zu tun. Es ha­be sich al­so nicht um ei­nen Au­to­un­fall ge­han­delt. Dass der Ein­kaufs­wa­gen da­von­ge­rollt war, ha­be nichts mit „den ty­pi­schen Ge­fah­ren bei der Be­we­gung ei­nes Kraft­fahr­zeugs zu tun“.

Das Ge­richt ver­ur­teil­te den Fah­rer, den Scha­den­er­satz selbst zu über­neh­men. Der Mann ha­be beim Ab­stel­len des Ein­kaufs­wa­gens nicht dar­auf ge­ach­tet, dass die­ser si­cher steht und nicht we­grol­len kann. Das Ur­teil ist rechts­kräf­tig (Az.: 343 C 28512/12).

FO­TO: DPP/AU­TO-RE­POR­TER

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