HG Saar­lou­is ver­liert Ka­pi­tän Fau­len­bach

Jo­nas Fau­len­bach wech­selt nach der Sai­son von Hand­ball-Zweit­li­gist HG Saar­lou­is in sei­ne Hei­mat. Ein Fran­zo­se wird sein Nach­fol­ger.

Saarbruecker Zeitung - - ERSTE SEITE - VON SE­BAS­TI­AN ZENNER

Die HG Saar­lou­is muss den Ab­gang von Jo­nas Fau­len­bach ver­kraf­ten. Als Er­satz für den Ka­pi­tän hat der Hand­ball-Zweit­li­gist den Fran­zo­sen Ar­thur Mul­ler ver­pflich­tet.

SAAR­LOU­IS Der Ka­pi­tän ver­lässt das Schiff – und hofft, dass es vor­her nicht noch sinkt. Jo­nas Fau­len­bach, Spiel­füh­rer der HG Saar­lou­is, wird den Hand­ball-Zweit­li­gis­ten nach der Sai­son ver­las­sen. Das gab der Ver­ein ges­tern be­kannt. Vier Ta­ge vor Be­ginn der zwei­ten Sai­son­hälf­te mit der Par­tie am Sonn­tag um 17 Uhr bei Tu­sem sind die ers­ten Per­so­nal-Ent­schei­dun­gen für die kom­men­de Spiel­zeit ge­fal­len. Den 27-jäh­ri­gen Top-Tor­schüt­zen der HG, der 100 Sai­son­tref­fer er­zielt hat und da­mit Neun­ten der Tor­jä­ger-Ta­bel­le der 2. Bun­des­li­ga ist, zieht es in sei­ne Hei­mat­re­gi­on Gie­ßen. Er­satz ha­ben die Saar­loui­ser be­reits ge­fun­den: Der Fran­zo­se Ar­thur Mul­ler kommt im Som­mer vom fran­zö­si­schen Dritt­li­gis­ten FC Mul­hou­se.

„Die Grün­de mei­ner Ent­schei­dung sind schwer auf­zu­wie­gen. Ich ha­be lan­ge über­legt, aber in der Nä­he mei­ner Le­bens­part­ne­rin und mei­ner Fa­mi­lie woh­nen zu kön­nen, gab den Aus­schlag“, sagt Rück­raum­spie­ler Fau­len­bach, der nach SZ-In­for­ma­tio­nen vor der Un­ter­schrift bei Li­ga­kon­kur­rent TuS Fern­dorf steht. Für den da­ma­li­gen Dritt­li­gis­ten stand er schon in der Sai­son 2011/2012 auf dem Feld. 2014 kam er vom TV Hüt­ten­berg nach Saar­lou­is, wo er zum Leis­tungs­trä­ger avan­cier­te. „Es gibt sonst kei­nen gu­ten Grund, weg­zu­ge­hen. Ich füh­le mich hier im­mer noch sehr wohl“, sagt Fau­len­bach. Er stellt klar: „Ich ha­be mein Wort ge­ge­ben, bis zum Sai­son­en­de al­les zu ge­ben, um mit der HG die Klas­se zu hal­ten.“

So plötz­lich der Wech­sel für Au­ßen­ste­hen­de sein mag, „für uns kommt der Ent­schluss nicht über­ra­schend. Jo­nas hat uns früh über sei­ne Plä­ne in­for­miert, sei­nen Le­bens­mit­tel­punkt wie­der nach Hes­sen zu ver­la­gern“, sagt der HG-Vor­sit­zen­de Richard Jungmann: „Das muss man ak­zep­tie­ren.“So sieht es auch Trai­ner Jörg Bohr­mann. Er be­dau­ert den Ab­gang: „Wir hät­ten Jo­nas ger­ne be­hal­ten. Er ist mensch­lich und sport­lich ein Vor­bild und ein sehr gu­ter Ka­pi­tän.“Weil der Ver­ein mit ei­ner sol­chen Ent­schei­dung rech­ne­te, konn­te er sich recht­zei­tig um ei­nen Nach­fol­ger be­mü­hen. Mit Ar­thur Mul­ler wird sich zur nächs­ten Sai­son ein wurf­ge­wal­ti­ger Rück­raum­schüt­ze der HG Saar­lou­is an­schlie­ßen. Der 23Jäh­ri­ge stammt aus dem fran­zö­si­schen Mul­hou­se. Beim frü­he­ren fran­zö­si­schen Zweit­li­gis­ten MHSA Mul­hou­se, der zwi­schen­zeit­lich um den Auf­stieg in die 1. Li­ga spiel­te, be­kam er sei­nen ers­ten Pro­fi-Ver­trag. Nach der Plei­te des Clubs wech­sel­te er zum FC Mul­hou­se in die Li­ga Na­tio­nal 1, die mit der 3. Li­ga in Deutsch­land ver­gleich­bar ist. In den ers­ten zehn Spie­len der lau­fen­den Sai­son er­ziel­te er 90 To­re.

Im Pro­be­trai­ning bei der HG Saar­lou­is konn­te Mul­ler die Ver­ant­wort­li­chen von sei­nen Fä­hig­kei­ten über­zeu­gen. Er er­hielt ei­nen Zwei­jah­res­ver­trag. „Er ist knapp zwei Me­ter groß, ein ty­pi­scher Schüt­ze, hat aber auch tech­ni­sche Qua­li­tä­ten. Ich den­ke, dass wir mit ihm ei­nen sehr gu­ten Mann ver­pflich­tet ha­ben“, glaubt Jungmann. Wei­te­re Per­so­nal­ent­schei­dun­gen, et­wa für die Rück­raum-Mit­te-Po­si­ti­on, ge­be es nicht. „Der Markt auf die­ser Po­si­ti­on ist leer ge­fegt“, sagt Bohr­mann. Das En­de der Wech­sel­pha­se ist am 15. Fe­bru­ar.

„Wir hät­ten Jo­nas ger­ne be­hal­ten. Er ist

mensch­lich und sport­lich ein Vor­bild.“

HG-Trai­ner Jörg Bohr­mann

über Jo­nas Fau­len­bach

FO­TO: IM­A­GO

Jo­nas Fau­len­bach (rechts) ist mit 100 Sai­son­tref­fern der Top-Tor­schüt­ze der HG Saar­lou­is. Nach der Run­de zieht es den 27-Jäh­ri­gen aber zu­rück in sei­ne Hei­mat Hes­sen.

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