An­ti-Held mit am­bi­va­len­ten Zü­gen

TV-KRI­TIK

Saarbruecker Zeitung - - FERNSEHEN - Lu­ci­fer,

Schon wie­der ei­ne Krimiserie, in der sich die Po­li­zei ei­nen be­gab­ten Hel­fer an­lacht – das hat man schon öf­ter ge­se­hen, denn nor­ma­le Er­mitt­lungs­ar­beit reicht in der heu­ti­gen Zeit nicht mehr aus. Auch die neue US-Se­rie mit dem bi­bli­schen Na­men bil­de­te da kei­ne Aus­nah­me, der Un­ter­schied be­stand al­ler­dings dar­in, dass der Be­ra­ter von au­ßer­halb nicht durch be­son­de­re In­tel­li­genz oder Be­ob­ach­tungs­ga­be glänz­te, son­dern sich sei­nen Weg in der Be­weis­ket­te durch Ma­ni­pu­la­ti­on und Rän­ke­spiel­chen er­schlich – der Teu­fel eben. Das Team um Er­fin­der Tom Ka­pi­nos und Pro­du­zent Jer­ry Bruck­hei­mer hat da­bei gan­ze Ar­beit ge­leis­tet, die Fi­gur Lu­ci­fer so an­ders­ar­tig wie mög­lich zu gestal­ten. Hier wur­de der Fürst der Höl­le nicht als das ab­grund­tie­fe Bö­se dar­ge­stellt, son­dern als über­aus char­man­ter Cha­rak­ter, dem Ge­rech­tig­keit wich­tig war. Ei­ne gro­ße Por­ti­on Ego­is­mus und Skru­pel­lo­sig­keit steck­te trotz­dem noch in ihm, so­dass der Zweck durch­aus die Mit­tel hei­lig­te. Auf die­se Wei­se nahm man dem For­mat auch ein Stück weit die Vor­her­seh­bar­keit: Wer hät­te schon ge­dacht, dass aus­ge­rech­net der Teu­fel in ei­ne Sinn­kri­se ge­ra­ten könn­te? Al­lein die von Tom El­lis ver­kör­per­te Rol­le macht Lust auf mehr, der Kri­mi­nal­fall war hin­ge­gen ge­ra­de ein­mal Bei­werk.

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