Kramp-Kar­ren­bau­er und Rehlin­ger schal­ten im Wahl­kampf auf An­griff

Das TV-Du­ell von SZ und SR zeigt die Spit­zen der Ko­ali­ti­ons­part­ner als har­te Wett­be­wer­be­rin­nen um die Staats­kanz­lei. Die Re­gie­rungs­che­fin will Kon­ti­nui­tät, die Her­aus­for­de­rin for­dert neue Ide­en.

Saarbruecker Zeitung - - ERSTE SEITE - VON DA­NI­EL KIRCH

SAARBRÜCKEN. Knapp zwei Mo­na­te vor der Land­tags­wahl tre­ten die Un­ter­schie­de zwi­schen CDU und SPD im Saar­land im­mer deut­li­cher zu­ta­ge. Die Spit­zen­kan­di­da­tin­nen, Mi­nis­ter­prä­si­den­tin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er und An­ke Rehlin­ger, zeig­ten sich ges­tern bei ih­rem di­rek­ten Auf­ein­an­der­tref­fen in der Fern­seh­sen­dung „Saar­talk“von SZ und SR un­ge­wohnt an­griffs­lus­tig. Da­bei kris­tal­li­sier­te sich ins­be­son­de­re die Bil­dungs­po­li­tik als Haupt­streit­punkt im Land­tags­wahl­kampf her­aus. Kramp-Kar­ren­bau­er warf der SPD in der Dis­kus­si­on um ei­ne teil­wei­se Rück­kehr zum neun­jäh­ri­gen Gym­na­si­um feh­len­des Rück­grat vor: „Man soll­te in ei­ner Lan­des­re­gie­rung zu dem ste­hen, was man ge­tan hat – zu dem, was man po­si­tiv emp­fin­det, aber auch zu dem, wo es viel­leicht Kri­tik gibt“, sag­te sie. Die Fra­ge von G8 oder G9 sei „kein The­ma, bei dem man eben mal kurz vor der Wahl sei­ne Mei­nung än­dern kann“. Die Ge­mein­schafts­schu­le wer­de ge­schwächt, wenn das Abitur künf­tig auch an Gym­na­si­en nach neun Jah­ren mög­lich sein soll. Kram­pKar­ren­bau­er räum­te aber ein, dass es Ver­bes­se­rungs­be­darf in der Un­ter­richts­or­ga­ni­sa­ti­on und bei den Lehr­plä­nen gibt.

Rehlin­ger be­zeich­ne­te die Ein­füh­rung von G8 im Jahr 2001 als „Pro­fi­lie­rungs­pro­jekt“der da­ma­li­gen CDU-Re­gie­rung – dies müs­se nun in Ord­nung ge­bracht wer­den. „Al­les, was wir da­mals ha­ben kom­men se­hen, ist auch ge­kom­men“, sag­te die SPD-Spit­zen­kan­di­da­tin. Die SPD ha­be da­mals schon den „G8-Murks“be­klagt. Nun könn­ten die Wäh­ler ent­schei­den, ob es da­bei blei­ben sol­le oder Schü­lern das Abitur an Gym­na­si­um auch wie­der nach neun Jah­ren er­mög­licht wer­den soll.

Als „größ­ten Un­ter­schied“zwi­schen CDU und SPD be­zeich­ne­te Kramp-Kar­ren­bau­er die Ko­ali­ti­ons­fra­ge. Sie leg­te sich auf ei­ne Fort­set­zung der gro­ßen Ko­ali­ti­on mit der SPD fest und schloss an­de­re Kon­stel­la­tio­nen für die CDU aus. „Wir ha­ben gro­ße Re­for­men in die­sem Land vor uns, vie­le Struk­tu­ren wer­den ver­än­dert wer­den müs­sen, das kön­nen zwei Volks­par­tei­en mit­ein­an­der bes­ser tun als ein un­si­che­res Drei­er­bünd­nis mit ei­ner knap­pen Mehr­heit“, sag­te sie un­ter An­spie­lung auf ein mög­li­ches rot-rot-grü­nes Bünd­nis. Rehlin­ger warn­te hin­ge­gen vor „Aus­schlie­ße­ri­tis“. Für die SPD sei die so­zia­le Ge­rech­tig­keit zen­tra­les The­ma. Al­le, die mit der SPD re­gie­ren woll­ten, müss­ten sich dar­an aus­rich­ten. Der CDU fal­le für die Zu­kunft nichts ein.

FO­TO: OLI­VER DIETZE

Höf­lich im Um­gang, kon­tro­vers in der Sa­che: An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er und An­ke Rehlin­ger ges­tern im „Saar­talk“.

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