Nicht nur Be­schei­den­heit

KOM­MEN­TAR

Saarbruecker Zeitung - - WIRTSCHAFT -

Die Zu­rück­hal­tung des Chefs steht der Deut­schen Bank gut an. John Cryan ver­mei­det gro­ße Ver­spre­chen und be­schränkt sich auf be­schei­de­ne Zie­le für 2017: Ge­win­ne will er nach den Ver­lust­jah­ren wie­der vor­wei­sen, die Aus­schüt­tung ei­ner Di­vi­den­de ver­kün­det er lie­ber nicht. Der Ge­gen­satz zum auf­trump­fen­den Auf­tre­ten des frü­he­ren Vor­stands­vor­sit­zen­den Jo­sef Acker­mann könn­te kaum grö­ßer sein. John Cryan ver­kör­pert mit sei­nem bri­ti­schen Un­der­state­ment den not­wen­di­gen Kul­tur­wan­del. Zu teu­er muss die Bank für ihr win­di­ges Ge­schäfts­ge­ba­ren der Ver­gan­gen­heit be­zah­len. Groß­spre­che­rei passt da­zu nicht.

Die jüngs­ten mil­li­ar­den­teu­ren Ver­ein­ba­run­gen mit den US-Be­hör­den über­la­gern aber die Wahr­neh­mung der Fort­schrit­te. Die schlimms­ten Fol­gen frü­he­rer Fehl­trit­te sind of­fen­bar über­stan­den. Jetzt kann und muss die Bank stär­ker nach vor­ne schau­en. Und Cryan darf ru­hig ein biss­chen mehr Selbst­be­wusst­sein und Ehr­geiz de­mons­trie­ren. Schließ­lich ist die Deut­sche Bank nicht ir­gend­ein Geld­haus, son­dern Deutsch­lands ein­zi­ge Bank mit in­ter­na­tio­na­lem Re­nom­mee.

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