Pfle­ge für tro­cke­ne und ge­reiz­te Haut

Mit Cre­mes, Mas­ken und Am­pul­len durch die kal­ten Jah­res­zeit. Ex­per­tin emp­fiehlt zu­dem Dusch-Öl oder Öl­bä­der.

Saarbruecker Zeitung - - WOHLFÜHLEN - VON DA­NIE­LA SCHULZ

MÜNCHEN Die Win­ter­mo­na­te sind für die Haut ein ech­ter Stress­fak­tor. Drau­ßen sind vor al­lem Ge­sicht und Hän­de der nass-kal­ten Wit­te­rung aus­ge­setzt. Drin­nen brum­men die Hei­zun­gen und ent­zie­hen der Haut die Feuch­tig­keit. Der stän­di­ge Wech­sel von kalt und warm sorgt zu­sätz­lich für Ir­ri­ta­tio­nen: Al­les fühlt sich rau, ris­sig und sprö­de an. Men­schen, die so­wie­so schon Pro­ble­me mit tro­cke­ner Haut ha­ben, spü­ren das im Win­ter noch mal deut­li­cher, lei­den manch­mal so­gar un­ter Schup­pen und Ek­ze­men.

Die Haut braucht jetzt be­son­ders in­ten­si­ve Pfle­ge und da­zu soll­te man sich mög­lichst viel Zeit neh­men. Das ist zu­min­dest der Tipp von Haut­ärz­tin Ma­ri­on Mo­ers-Car­pi vom Be­rufs­ver­band der Deut­schen Der­ma­to­lo­gen. „Mir fällt im­mer wie­der auf, dass sich Men­schen zu we­nig ein­cre­men“, be­rich­tet sie. „Im Win­ter kann man das so­gar et­was nach­voll­zie­hen. Es ist kalt und manch ei­ner ver­bringt viel­leicht nicht ger­ne so viel Zeit im Bad.“Das sol­le man aber un­be­dingt tun, um Haut­pro­ble­men vor­zu­beu­gen.

Ein ku­sche­li­ges Bad oder ei­ne hei­ße Du­sche klingt für vie­le in der kal­ten Jah­res­zeit ver­lo­ckend, doch schon hier lau­ert die ers­te Fal­le: „Wenn ich Sei­fe oder her­kömm­li­ches Dusch­gel ver­wen­de, wa­sche ich im­mer auch die wich­ti­ge Schutz­schicht von der Haut“, er­klärt Ma­ri­on Mo­ers-Car­pi. „Ich neh­me der Haut al­so weg, was sie jetzt so drin­gend braucht.“Sie rät, im Win­ter lie­ber Dusch-Öl zu ver­wen­den und Öl­bä­der zu neh­men. „Die kann man sich so­gar selbst an­rüh­ren. Zum Bei­spiel aus Sah­ne, Öl und ei­nem Duft, den man ger­ne mag, et­wa Oran­gen­öl.“Das be­kom­me man zum Bei­spiel in der Apo­the­ke.

Die Talg­drü­sen hel­fen der Haut nor­ma­ler­wei­se, den so wich­ti­gen Schutz­film zu er­hal­ten und auf­zu­bau­en. „Die kal­ten Tem­pe­ra­tu­ren dros­seln die Pro­duk­ti­on der Talg­drü­sen je­doch“, er­klärt die Ex­per­tin aus München. „Die Haut bil­det im Win­ter so­mit nicht die Bar­rie­re, die sie ei­gent­lich braucht. Was­ser kann leich­ter ver­duns­ten. Es fehlt Feuch­tig­keit. Das ist der glei­che Ef­fekt, den man bei Frau­en zum Bei­spiel auch in der Me­no­pau­se be­ob­ach­tet.“

Um die­sen Feuch­tig­keits­man­gel im Ge­sicht aus­zu­glei­chen, bie­tet sich ih­rer Mei­nung nach an, zwei Mal pro Wo­che ei­ne Mas­ke auf­zu­le­gen. „Das ist ein schö­nes Ri­tu­al und oben­drein me­di­zi­nisch wert­voll“, so Mo­ers-Car­pi. Wem Mas­ken zu auf­wen­dig sei­en, der kön­ne auch ei­ne Am­pul­le mit Hyalu­ron­säu­re neh­men. Das Ser­um kann ein­fach und schnell mit den Fin­gern auf­ge­tra­gen wer­den. Es sei des­halb sinn­voll, weil es Feuch­tig­keit bin­de und da­mit Fal­ten min­de­re. Auch die Bun­des­ver­ei­ni­gung Deut­scher Apo­the­ker­ver­bän­de lis­tet Hyalu­ron­säu­re als wert­vol­les Mit­tel ge­gen tro­cke­ne Win­ter­haut auf, eben­so wie Urea, al­so Harn­stoff, oder auch Kol­la­gen-hal­ti­ge Pro­duk­te.

Ein Pro­blem be­rei­ten im Win­ter häu­fig ris­si­ge Lip­pen. Die tro­cke­ne Hei­zungs­luft und man­geln­de Ak­ti­vi­tät der Talg­drü­sen sind auch hier mög­li­che Ur­sa­chen. Drau­ßen be­wir­ken Mi­nus­gra­de zu­dem, dass die Haut­tem­pe­ra­tur sinkt. Als Käl­te­schutz ver­en­gen sich die Blut­ge­fä­ße. Da­durch wür­den obe­re Haut­schich­ten nicht mehr so gut durch­blu­tet, er­klä­ren die Apo­the­ker­ver­bän­de. Zu­dem sei die Haut an den Lip­pen sehr dünn, sie kön­ne leich­ter auf­sprin­gen.

„Vie­le nei­gen in die­ser Si­tua­ti­on da­zu, die Lip­pen stän­dig mit der Zun­ge zu be­feuch­ten“, sagt Ma­ri­on Mo­ers-Car­pi. Das sol­le man lie­ber nicht tun, denn das ma­che al­les nur schlim­mer. „Sinn­vol­ler ist ei­ne rich­ti­ge Fett­creme, am bes­ten aus der Apo­the­ke.“Vor spe­zi­el­len Käl­te­schutz­cremes rät die Haut­ärz­tin zwar nicht ab, man sol­le aber spar­sam da­mit um­ge­hen:

„Die­se Cre­mes dich­ten die Haut sehr stark ab. Dar­un­ter kön­nen sich schnell Pi­ckel bil­den.“

Jen­seits von Cre­mes und Mas­ken gibt es ei­ni­ge Mög­lich­kei­ten, die Haut im Win­ter vor Schä­den zu be­wah­ren. Bei­spiels­wei­se soll­te man für ge­nü­gend Raum­feuch­tig­keit sor­gen. Ei­ner Stu­die des Be­rufs­ge­nos­sen­schaft­li­chen In­sti­tuts für Ar­beits­schutz zu­fol­ge liegt die Raum­feuch­te in be­heiz­ten Räu­men zum Teil bei nur noch neun Pro­zent. Als an­ge­nehm emp­fun­den wer­den je­doch 40 Pro­zent und mehr. Mo­ers-Car­pi: „Für ge­nü­gend Feuch­te im Raum kann man schon sor­gen, wenn man ein­fach ein nas­ses Hand­tuch auf den Heiz­kör­per legt.“

Und auch ein Käl­te­schutz fürs Ge­sicht sei ganz prak­tisch. „Ich per­sön­lich wün­sche mir im Win­ter manch­mal ei­nen Na­sen­man­tel, al­ler­dings nur ei­nen schö­nen“, sagt Ma­ri­on Mo­ers-Car­pi. Wenn man sei­nen Kör­per vor Käl­te schütze, war­um nicht auch das Ge­sicht? Spe­zi­el­le Müt­zen für Ski­fah­rer, die das Ge­sicht ab­de­cken und nur die Au­gen frei hal­ten, sei­en des­halb ab­so­lut sinn­voll. „Zu­mal es in den Ber­gen auch mal mi­nus 15 Grad und käl­ter sein kann.“

FO­TO: FOTOLIA

Wenn Käl­te der Haut Was­ser ent­zieht, kann ei­ne pfle­gen­de Mas­ke den Feuch­tig­keits­man­gel aus­glei­chen.

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