Trick­rei­cher An­walt mit Herz und Hirn

Saarbruecker Zeitung - - FERNSEHEN -

Der ge­wief­te Ad­vo­kat Di­mi­tri­os Schul­ze (Adam Bous­dou­kos) stell­te fest: „Dein Man­dant muss in den Knast, im Ge­gen­satz zu mei­nem. Das ist der Un­ter­schied zwi­schen ei­nem gu­ten An­walt und Di­mi Schul­ze“. Be­schei­den­heit ist nicht un­be­dingt ei­ne Tu­gend des trick­rei­chen Ad­vo­ka­ten, der auch als Rap­per in sei­nen ei­ge­nen Wer­be­clips auf­trat und von sich selbst gern in der drit­ten Per­son re­de­te. Da­für trug der be­gna­de­te Selbst­dar­stel­ler das Herz am rech­ten Fleck, was er mehr­fach be­wei­sen konn­te. Er nahm es ge­las­sen, dass auch ge­gen ihn selbst er­mit­telt wur­de. Der Spa­gat aus Kri­mi und Kiez­ko­mö­die war aber noch nicht ganz ge­lun­gen. Al­lein die im­mer wie­der ein­ge­blen­de­ten Se­quen­zen aus Schul­zes Rap­vi­de­os mit Zei­len wie „Hier die Num­mer, los jetzt wähl mal, und ich zeig dir, das Ge­setz ist dehn­bar“schramm­ten manch­mal haar­scharf an ei­ner Selbst­par­odie vor­bei. Das moch­te un­ter­halt­sam sein, wirk­te aber auch über­zo­gen und rea­li­täts­fern. Scha­de, denn die Haupt­fi­gur war trotz ih­rer Groß­spu­rig­keit sym­pa­thisch, eben­so wie Mann­heims Mul­ti­kul­ti-Vier­tel Jung­busch. Da darf sich der geis­ti­ge Va­ter Schul­zes und re­nom­mier­te Dreh­buch­au­tor Fred Br­ei­ners­dor­fer gern et­was mehr ein­fal­len las­sen.

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