Last­wa­gen auf der Hal­de May­bach

Bür­ger in Hüh­ner­feld be­un­ru­higt. RAG ver­si­chert: Es wird am Süd­hang kei­ne Fo­to­vol­ta­ik-An­la­ge ge­ben.

Saarbruecker Zeitung - - LOKALES - VON MICHÈLE HART­MANN

SULZ­BACH. Was der­zeit auf der Hal­de May­bach ge­schieht, er­in­nert vie­le Bür­ger un­wei­ger­lich an die schlimms­ten Zei­ten, ei­ni­ge An­ru­fe aus Hüh­ner­feld er­reich­ten dies­be­züg­lich in den ver­gan­ge­nen Ta­gen die SZ-Re­dak­ti­on. Denn im Sulz­ba­cher Stadt­teil sind die Ak­ti­vi­tä­ten deut­lich sicht­bar – wenn­gleich der Berg­bau-Hü­gel über­wie­gend auf der Ge­mar­kung der Stadt Fried­richs­thal in May­bach liegt.

Noch nicht all zu lan­ge ist es her, da herrsch­te dort oben Hoch­be­trieb – bis zum Fe­bru­ar 2008. Re­ger Lkw-Ver­kehr bahn­te sich un­über­hör­bar

450 Last­wa­gen lu­den auf

der Hal­de täg­lich 1000 Ton­nen Ber­ge­ma­te­ri­al ab, be­ste­hend aus Schlamm

und fes­tem Ma­te­ri­al.

Aus dem SZ-Ar­ti­kel vom 15. April 2004

sei­nen Weg. Vom frü­hen Mor­gen an bis ge­gen 22 Uhr wälz­ten sich die Fahr­zeu­ge oh­ne Un­ter­lass aufs Pla­teau, zeit­wei­se wa­ren 30 di­cke Brum­mis auf der Flä­che zu­gan­ge. Laut dem da­ma­li­gen Un­ter­neh­men DSK wa­ren täg­lich 450 Last­wa­gen von Ens­dorf hier­her un­ter­wegs. Sie trans­por­tier­ten 1000 Ton­nen Ber­ge­ma­te­ri­al, be­ste­hend aus Schlamm und auch aus fes­tem Ma­te­ri­al (SZ vom 15. April 2004). Und lu­den ab – oh­ne Rück­sicht auf Ver­lus­te. Zwei rie­si­ge Bau­ma­schi­nen ta­ten ein Üb­ri­ges: Sie ver­teil­ten die Fracht und ver­dich­te­ten sie. Die Hüh­ner­fel­der ha­ben das und die da­mit ein­her­ge­hen­den Belästigungen – Lärm, Gestank und Dreck – bis heu­te nicht ver­ges­sen. Und sind jetzt re­gel­recht elek­tri­siert. Sie er­in­nern sich vor al­lem auch an ei­ne denk­wür­di­ge Sit­zung vor drei­ein­halb Jah­ren. Da­mals hat­te der Bau­aus­schuss des Sulz­ba­cher Stadt­ra­tes die Plä­ne der RAG Mon­tan Im­mo­bi­li­en Gm­bH rund­weg ab­ge­lehnt, am Süd­hang der Hal­de, al­so in Rich­tung Hüh­ner­feld, ei­nen So­lar­park zu er­rich­ten.

Ge­gen ei­ne sol­che Fo­to­vol­ta­ik­An­la­ge hat­ten die Bür­ger sei­ner­zeit ve­he­ment ge­kämpft. Un­ter an­de­rem bei ei­ner In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung im Mar­tin-Lu­therHaus ging es rich­tig rund. Män­ner und Frau­en, die be­fürch­te­ten, die So­lar­mo­du­le stän­dig di­rekt vor der Na­se zu ha­ben, ver­tei­dig­ten den na­tür­li­chen Be­wuchs, der mitt­ler­wei­le die Hal­de ziert. Grü­ne Aus­sich­ten statt ei­ner dunk­len Wand – das war die For­de­rung der Be­trof­fe­nen.

Ak­tu­ell drängt sich die Fra­ge auf: Wird nun, qua­si durch die Hin­ter­tür, die­ser So­lar­park doch noch ge­baut? Und sind des­halb die Last­wa­gen auf dem Hü­gel un­ter­wegs? RAG-Spre­che­rin Trau­del Kö­nig ver­si­chert, dass dies nicht der Fall sei. Es wer­de dort oben auch gar nichts ab­ge­la­den. Viel­mehr sei­en ge­ra­de die vor­be­rei­ten­den Ar­bei­ten für die Hal­den­sa­nie­rung im Gan­ge, der ers­te Spa­ten­stich er­fol­ge in Kür­ze. Denn auf Fried­richstha­ler Bann soll ein Ge­wer­be­ge­biet ent­ste­hen und eben auch ein So­lar­park (wir be­rich­te­ten). Der Fried­richstha­ler Stadt­rat hat­te die­sen Vor­ha­ben sei­ner­zeit zu­ge­stimmt. Die Sa­nie­rung selbst um­fasst laut Kö­nig die Ent­wäs­se­rung und ei­ne teil­wei­se Ab­fla­chung des Hal­den­kör­pers.

FO­TO: BE­CKER & BREDEL

Auf Sulz­ba­cher Bann bleibt die Hal­de May­bach un­be­rührt, ver­si­chert das Un­ter­neh­men RAG.

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