Ei­ne Hand­voll Leu­te macht rich­tig was los

Was treibt den Ver­ein KuBe an, der seit Jah­ren re­gel­mä­ßig Kon­zer­te mit jun­gen Mu­si­kerin­nen und Mu­si­kern ver­an­stal­tet?

Saarbruecker Zeitung - - KULTUR REGIONAL - VON ANJA KERNIG Ver­ein KuBe

SAARBRÜCKEN „Wir be­schäf­ti­gen uns mit Kul­tur in ih­rer gan­zen Viel­falt“, sagt Micha­el Britz, Vor­sit­zen­der des Ver­eins KuBe. Da wür­de man jetzt nor­ma­ler­wei­se mit ei­nem Ni­cken und Lä­cheln drü­ber weg­ge­hen: Schö­ner An­satz, aber viel­leicht doch ei­nen Tick zu am­bi­tio­niert für ei­nen klei­nen Ver­ein wie KuBe (Kul­tur und Be­wusst­sein). Wä­re da nicht die bein­dru­cken­de Lis­te an The­men und In­hal­ten, de­nen sich der Ver­ein seit sei­ner Grün­dung 2003 schon ge­wid­met hat.

Da gab es ne­ben vie­lem an­de­ren ei­ne „Rei­se durch das All“und ei­ne „Tag der Er­de“-Fei­er, wur­den Su­fis­mus und He­thi­ter be­leuch­tet, me­di­tier­te man über „In­spi­ra­ti­on und Me­dia­li­tät in der Kunst“, und gab es im­mer wie­der Le­sun­gen wie „Al Ca­po­ne trifft Lo­li­ta“. Der al­ler­ers­te Vor­trag, ge­hal­ten von Britz, be­schäf­tig­te sich mit „La­os - Land der tau­send Tem­pel“– folg­ten. Vor Kur­zem noch in Aus­tra­li­en und Ma­da­gas­kar star­tet der di­plo­mier­te Be­triebs­wirt im Ok­to­ber ei­ne gro­ße ChinaRund­rei­se. Wie stets wird der Wel­ten­bumm­ler Bil­der und Ein­drü­cke mit­brin­gen. Wich­tig ist Britz bei sei­nen Vor­trä­gen, die sich ganz bewusst von der Hoch­glanz-Mul­ti­vi­si­ons-Kon­kur­renz dis­tan­zie­ren, „ins De­tail, in die Tie­fe“zu ge­hen. Statt Ef­fekt­ha­sche­rei wid­met er sich den Hin­ter­grün­den, „gern auch po­li­ti­scher Na­tur“.

Wer in das ak­tu­el­le Pro­gramm blickt, fin­det dort et­li­che Kon­zer­te:

Micha­el Britz „Das ist in­zwi­schen ein Schwer­punkt“, nickt Britz. „Wir ar­bei­ten sehr viel mit Ab­sol­ven­ten der Mu­sik­hoch­schu­le Saar zu­sam­men“. An­ders als an­de­re Ver­an­stal­ter las­se man den jun­gen Leu­ten freie Hand bei der Aus­wahl der Stü­cke, Stich­wort: künst­le­ri­sche Selbst­ver­wirk­li­chung. „Da­mit ren­nen sie of­fe­ne Tü­ren bei den Mu­si­kern ein.“

Im März wird bei­spiels­wei­se das Duo „Lu­lu und die Heer­scha­ren der Ver­fluch­ten“mit Ge­sang zu Kon­tra­bass­be­glei­tung auf­war­ten, im April Rick-Hen­ry Gin­kel beim „Kla­vier­re­ci­tal“Cho­pin, Beet­ho­ven und Mo­zart in­ter­pre­tie­ren. Ad­äqua­te Am­bi­en­te für die Kon­zer­te bie­ten das Ho­tel Lei­din­ger und das Ca­fé de Pa­ris, zu­dem ko­ope­riert man mit der Brei­te 63 und dem Kul­tur­amt Rie­gels­berg.

So rich­tig mu­si­ka­lisch wur­de KuBe mit Wahl­saar­län­der Charles Ro­bin Broad. Der in Schott­land ge­bo­re­ne Te­nor und Kom­po­nist gab 2004 sein ers­tes Kon­zert, das le­gen­dä­re „Broad on Broad­way“Ca­ba­ret-Pro­gramm mit Re­bec­ca Van­den Berg im Blau­en Hirsch. Es folg­ten wei­te­re hei­te­re bis erns­te Broad-Per­len wie „Musica klep­to­ma­nia“oder „Se­re­na­ta Ita­lia­na“.

KuBe stemmt das al­les mit nur 25 Mit­glie­dern, oh­ne öf­fent­li­che Sub­ven­tio­nen. Der Kreis de­rer, die man mit den Ver­an­stal­tun­gen er­reicht, ist ein Viel­fa­ches grö­ßer. Bis zu 220 Be­su­cher wur­den schon an ei­nem Abend ge­zählt, be­rich­ten sie beim Tref­fen mit der SZ. Was Britz um­so mehr freut, als er ei­nen Groß­teil sei­ner Frei­zeit in den Ver­ein steckt: „Es ist ein Zweit­job“. Wo er sei­ne Mo­ti­va­ti­on für das raum­grei­fen­de Eh­ren­amt her­holt? „Man lernt vie­le in­ter­es­san­te Men­schen ken­nen und führt schö­ne Ge­sprä­che“, meint Britz be­schei­den.

Für die Zu­kunft ha­ben er und sei­ne Vor­stands­kol­le­gen vor al­lem ei­nen Wunsch: Spon­so­ren zu fin­den. Und ein paar Mit­glie­der mehr viel­leicht auch. ............................................. Nächs­ter KuBe-Ter­min

„Man lernt vie­le in­ter­es­san­te Men­schen ken­nen und führt schö­ne Ge­sprä­che“

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