Ex-AfD­ler Hen­kel sieht sich mit­tig

EU-Ab­ge­ord­ne­ter hat in Spie­sen-El­vers­berg nicht nur über den Eu­ro ge­spro­chen.

Saarbruecker Zeitung - - LANDESPOLITIK - VON BAR­BA­RA SCHERER

SPIE­SEN-EL­VERS­BERG So­wohl beim Eu­ro als auch bei der Ener­gie­wen­de und dem Um­gang in Flücht­lin­gen ha­be die deut­sche Po­li­tik vie­le Feh­ler ge­macht. Das ist die Mei­nung von Hans-Olaf Hen­kel, Eu­ro­pa­ab­ge­ord­ne­ter der Li­be­ralKon­ser­va­ti­ven Re­for­mer, der frü­he­ren Al­fa-Par­tei, die sich von der AfD ab­ge­spal­ten hat­te. Bei ei­nem Vor­trag in Spie­sen-El­vers­berg hat er am Don­ners­tag­abend dar­ge­legt, wor­in die Pro­ble­me be­ste­hen und wel­che Lö­sun­gen sei­ne Par­tei hier­für an­bie­tet.

Das Kern­pro­blem bei al­len drei The­men sieht Hen­kel dar­in, dass die Po­li­tik von Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) nicht ver­ant­wor­tungs­voll sei. Er kri­ti­sier­te, dass Mer­kel ei­ner­seits für eu­ro­päi­sche Ab­stim­mung wer­be, an­de­rer­seits die Ent­schei­dun­gen tref­fe. Als Bei­spiel nann­te er den Aus­stieg aus der Atom­kraft. „Frau Mer­kel hat ge­glaubt, dass die gan­ze Welt ihr das nach­ma­chen wür­de“, be­merk­te Hen­kel – dies sei aber nicht pas­siert. Statt­des­sen wür­den „die si­chers­ten Kern­kraft­wer­ke der Welt“, al­so die deut­schen, ab­ge­schal­tet, wäh­rend an­de­re Län­der die Lauf­zeit ih­rer un­si­che­re­ren AKW ver­län­gern wür­den.

Ähn­lich kri­tisch sah er die Ret­tungs­pa­ke­te für Grie­chen­land so­wie die um­fang­rei­che Auf­nah­me von Flücht­lin­gen in Deutsch­land.

Aus sei­ner Er­fah­rung mit dem Aus­land be­rich­te­te er, dass kaum je­mand die Be­weg­grün­de der deut­schen Po­li­tik in Eu­ro­pa be­grei­fe. „Ich bin für die EU“, be­ton­te er, aber für ein de­zen­tra­les Eu­ro­pa sou­ve­rä­ner Staa­ten. Glo­ba­li­sie­rung funk­tio­nie­re nur, wenn die Län­der ih­re kul­tu­rel­len Ei­gen­hei­ten be­hal­ten dür­fen.

Dass ei­ne eu­ro­pa­kri­ti­sche Ein­stel­lung oft als po­li­tisch rechts ein­ge­stuft wer­de, sieht er in der Ent­wick­lung an­de­rer Par­tei­en be­grün­det. „Ich ha­be im­mer in der Mit­te ge­stan­den“, sag­te er, doch Par­tei­en wie die CDU und die SPD wür­den im­mer wei­ter nach links rü­cken. Von der AfD, aus der sei­ne Par­tei her­vor­ge­gan­gen ist, dis­tan­ziert er sich klar, vor al­lem von den jüngs­ten Aus­sa­gen Björn Hö­ckes: „Da­mit ha­ben wir nichts zu tun.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.