Hil­fe bei Streit um Ren­te und Co. oft er­folg­reich

Rechts­be­ra­ter des VdK ha­ben im ver­gan­ge­nen Jahr bei über 3000 Ver­fah­ren 5,7 Mil­lio­nen Eu­ro für ih­re Mit­glie­der erstrit­ten.

Saarbruecker Zeitung - - HEIMAT - VON UDO LORENZ

SAAR­BRÜ­CKEN Was die gel­ben Pan­nen­hel­fer-En­gel des ADAC für die Au­to­fah­rer sind, das sind die Rechts­be­ra­ter des So­zi­al­ver­ban­des VdK für Men­schen, die ge­gen Be­hör­den um ver­wei­ger­te Be­hin­der­ten­gra­de, Ren­ten­an­sprü­che und Kran­ken­geld­zah­lun­gen kämp­fen. Mehr als 5,7 Mil­lio­nen Eu­ro ha­ben die Rechts­be­ra­ter im ver­gan­ge­nen Jahr an Nach­zah­lun­gen und Ren­ten­an­sprü­chen für ih­re Mit­glie­der erstrit­ten. Fast je­des zwei­te der 3257 ab­ge­schlos­se­nen so­zi­al­recht­li­chen Ver­fah­ren en­de­te po­si­tiv für die Man­dan­ten, bi­lan­zier­ten VdK-Ge­schäfts­füh­rer Pe­ter Spring­born und die Lei­te­rin der VdK-Rechts­ab­tei­lung, Bet­ti­na Keß­ler, am Don­ners­tag in Saar­brü­cken. Ge­gen­über dem Jahr zu­vor er­ge­ben sich deut­li­che Stei­ge­rungs­ra­ten, die aber we­gen neu um­ge­stell­ter Be­rech­nungs­me­tho­den nur be­dingt ver­gleich­bar sind.

„Für mich war mein VdKRechts­be­ra­ter auf je­den Fall ein En­gel“, sagt der nach ei­nem Sport­un­fall vor ein paar Jah­ren schwer geh­be­hin­der­te 46-jäh­ri­ge Patrick Bla­es aus Qu­ier­schied. Trotz sei­ner Be­hin­de­rung nach ei­nem kom­pli­zier­ten Trüm­mer­bruch im Knie hat­te ihm das Lan­des­so­zi­al­amt das „G“auf sei­nem Be­hin­der­ten­aus­weis, das ihm Son­der­park­rech­te ge­bracht hät­te, ver­wei­gert und ihn auf ei­nen Be­hin­de­rungs­grad von 40 Pro­zent zu­rück­ge­stuft, was mit wei­te­ren fi­nan­zi­el­len Nach­tei­len ver­bun­den war. Erst nach­dem sich VdKRechts­be­ra­ter Ra­pha­el Col­let ein­schal­te­te und Wi­der­spruch ge­gen die Ent­schei­dung ein­leg­te, be­kam sein Man­dant nach vier Mo­na­ten al­le Leis­tun­gen zu­ge­stan­den. Ein ty­pi­sches Bei­spiel für die an­teil­mä­ßig meis­ten So­zi­al­rechts­fäl­le, die die neun VdK-Rechts­be­ra­ter im Saar­land zu be­ar­bei­ten ha­ben.

Hin­ter den Strei­tig­kei­ten um Be­hin­de­rungs­gra­de ran­gie­ren die ju­ris­ti­schen Kämp­fe um Er­werbs­min­de­rungs­ren­ten und die Wei­ter­ge­wäh­rung von Kran­ken­geld­an­sprü­chen an zwei­ter und drit­ter Stel­le der VdK-Rechts­ver­tre­tungs­bi­lanz. Für die in­zwi­schen mehr als 43 000 VdK-Mit­glie­der im Land sind Rechts­be­ra­tung und An­trags­stel­lung kos­ten­frei. Kommt es zu ei­nem Wi­der­spruchs­ver­fah­ren, zahlt ein mehr­jäh­ri­ges VdK-Mit­glied 15 Eu­ro und bei ei­ner Kla­ge­ein­rei­chung ge­gen die Be­hör­de 25 Eu­ro Vor­schuss selbst (bei ei­nem per­sön­lich ge­such­ten An­walt wä­ren es 285 Eu­ro be­zie­hungs­wei­se 770 Eu­ro). Im Er­folgs­fall muss die Be­hör­de die­ses Geld zu­rück­er­stat­ten. Neu an­ge­lau­fen ist beim VdK in Saar­brü­cken ei­ne stark fre­quen­tier­te Pa­ti­en­ten­be­ra­tung. Doch nicht im­mer könn­te der Ver­band er­folg­reich sein. Manch­mal sei die Er­war­tungs­hal­tung der Man­dan­ten ein­fach nicht an­ge­mes­sen. Am höchs­ten lie­ge bei Kla­gen vor dem So­zi­al­ge­richt die Er­folgs­quo­te mit 83 Pro­zent in der Pfle­ge­ver­si­che­rung und mit 74 Pro­zent bei Schwer­be­hin­de­rung.

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