Ei­nig­keit in höchs­ter Do­sis

KOLUMNE UN­SE­RE WO­CHE Die Part­ner­schaft von öf­fent­li­cher Hand und Pri­vat­wirt­schaft ist kein Zu­kunfts­mo­dell für die im Land­tag ver­tre­te­nen Frak­tio­nen. Das be­leg­te in die­ser Wo­che ei­ne Dis­kus­si­on, die die saar­län­di­sche Ar­chi­tek­ten­kam­mer an­ge­regt hat­te.

Saarbruecker Zeitung - - ZEITUNG FUR SAARBRUCKEN -

Mit der gro­ßen Ko­ali­ti­on ken­nen wir uns in­zwi­schen ja aus. Im Bund und auch hier­zu­lan­de. Das könn­te so wei­ter­ge­hen, mei­nen vie­le. An­de­re üben sich in Re­chen­spie­len und Farb­kom­bi­na­tio­nen.

Ei­ne äu­ßerst un­ge­wöhn­li­che tauch­te über­ra­schend die­se Wo­che auf. Die ganz, ganz, ganz gro­ße Ko­ali­ti­on mach­te Hu­bert Ul­rich (Grü­ne) bei ei­ner Dis­kus­si­on über Pu­b­lic Pri­va­te Part­nership (PPP) aus. CDU, SPD, Lin­ke, Grü­ne und Pi­ra­ten wa­ren sich ei­nig: Grö­ße­re Bau­pro­jekt über ei­ne Part­ner­schaft mit der Pri­vat­wirt­schaft zu fi­nan­zie­ren, hat kei­nen Sinn. Oder bes­ser kei­nen Sinn mehr, seit die Zin­sen so nied­rig sind. Bei­spie­le für ei­ne ge­lun­ge­ne PPP fie­len oh­ne­hin nie­man­dem ein.

Den Aus­schlag für die ganz, ganz, ganz gro­ße Ko­ali­ti­on, die im­mer­hin gut ei­ne St­un­de währ­te, hat­te die Ar­chi­tek­ten­kam­mer ge­ge­ben. Mit so viel Ei­nig­keit hat­te sie wohl nicht ge­rech­net. Nicht ein­mal der Vor­wurf, PPP sei schäd­lich für die Bau­kul­tur in ei­nem Land wur­de von ei­nem der Po­li­ti­ker zu­rück­ge­wie­sen.

Ei­nig­keit auch in ei­nem wei­te­ren Punkt: der Qua­li­tät städ­ti­scher und kom­mu­na­ler Bau­ver­wal­tun­gen.

Die Saar­brü­cker Bau­ver­wal­tung ging ge­ra­de zu­sam­men mit In­ves­to­ren an die Öf­fent­lich­keit und stellt ein neu­es städ­ti­sches Quar­tier vor. PPP ist das nicht – die In­ves­to­ren ha­ben das Ci­tro­ën-Ge­län­de von pri­va­ten Be­sit­zern ge­kauft und bau­en selbst. Es ist aber ei­ne gu­te Chan­ce für die Stadt, zu­sam­men mit In­ves­to­ren ih­re Vor­stel­lun­gen von Stadt­ent­wick­lung um­zu­set­zen.

Und mög­li­cher­wei­se läuft das so­gar part­ner­schaft­li­cher ab als man­ches Vor­ha­ben, das das P für Part­ner­schaft of­fi­zi­ell für sich re­kla­miert.

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