Im Kampf ge­gen das so­zia­le Elend

Ar­mut, Pfle­ge, Kri­mi­na­li­tät: Dudweiler gibt teil­wei­se ein be­un­ru­hi­gen­des Bild ab. Doch die Ge­gen­maß­nah­men sind in vol­lem Gan­ge.

Saarbruecker Zeitung - - LOKALES - VON STE­FAN BOHLANDER

DUDWEILER Es sind teil­wei­se er­schre­cken­de Zah­len, die Ru­dolf Alt­mey­er (SPD) und Nor­bert Moy (CDU) beim Neu­jahrs­emp­fang des Stadt­be­zirks Dudweiler prä­sen­tiert ha­ben.

Als Ver­tre­ter der Re­gio­nal­ver­samm­lung stell­ten sie Sta­tis­ti­ken aus dem Ent­wurf des So­zi­al­be­richts vor. Wich­tigs­te Aus­sa­ge: In Dudweiler woh­nen im­mer mehr Men­schen, die von Ar­mut be­trof­fen sind, Al­lein­ste­hen­de eben­so wie Fa­mi­li­en mit Kin­dern und her­an­wach­sen­den Ju­gend­li­chen.

Die Mög­lich­kei­ten zur Frei­zeit­ge­stal­tung für Ju­gend­li­che sei­en man­gel­haft. Und Pro­fis aus der Ju­gend­ar­beit lie­ßen ver­lau­ten, dass man die Ju­gend­li­chen nur noch schwer er­rei­che. Gleich­zei­tig neh­me das Fehl­ver­hal­ten im öf­fent­li­chen Raum zu. Trotz­dem woll­te man nicht zu viel ne­ga­ti­ve Aus­bli­cke ver­brei­ten.

Zum Stich­tag 31. De­zem­ber 2015 leb­ten laut ih­ren Aus­füh­run­gen 180 047 Men­schen in der Lan­des­haupt­stadt Saar­brü­cken, da­von 27 464 im Stadt­be­zirk. Hier­von wie­der­um wa­ren in Dudweiler selbst 19 462 Men­schen ge­mel­det, in Scheidt 4000, in Her­rens­ohr 2079 und in Jä­gers­freu­de 1923. Hartz IV be­zo­gen im Jahr 2015 in Dudweiler 2156 Men­schen (14,3 Pro­zent), in Jä­gers­freu­de 259 (17,4 Pro­zent), in Her­rens­ohr 199 (12,5 Pro­zent) und in Scheidt 271 (9,0 Pro­zent).

In Saar­brü­cken selbst be­zie­hen 26 615 Men­schen Hartz IV (18,7 Pro­zent). Be­zo­gen sind die Da­ten der Leis­tungs­emp­fän­ger auf Bür­ger un­ter 65 Jah­ren. Von al­len ge­mel­de­ten Ein­woh­nern be­zo­gen in Dudweiler 327 Per­so­nen Grund­si­che­rung (1,7 Pro­zent), in Jä­gers­freu­de 31 (1,6 Pro­zent), in Her­rens­ohr 25 (1,2 Pro­zent), in Scheidt 47 (1,2 Pro­zent) und in Saar­brü­cken 4341 (2,4 Pro­zent). Hil­fe zur Pfle­ge in­ner­halb von Ein­rich­tun­gen be­zie­hen in Dudweiler 79 Men­schen (0,4 Pro­zent), in Jä­gers­freu­de 15 (0,8 Pro­zent), in Her­rens­ohr neun (0,4 Pro­zent), in Scheidt sie­ben (0,2 Pro­zent) und in Saar­brü­cken 914 (0,5 Pro­zent).

Dem düs­te­ren Trend ver­su­chen un­ter an­de­rem der Re­gio­nal­ver­band und die Stadt Saar­brü­cken ent­ge­gen­zu­wir­ken. So möch­te man bis zum Kin­der­gar­ten­jahr 2019/20 in den acht Dudweiler Ki­tas zu­sätz­lich 56 Kin­der­gar­ten­und 69 Krip­pen­plät­ze be­zie­hungs­wei­se Ta­ges­pfle­ge­plät­ze schaf­fen. Im So­zi­al­raum­bü­ro ar­bei­ten seit 2015 Mit­ar­bei­ter des So­zia­len Di­ens­tes, des Dia­ko­ni­schen Werks an der Saar und der Part­ner­schaft­li­chen Er­zie­hungs­hil­fe (PE) zu­sam­men. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen bie­ten Kurz­be­ra­tun­gen und Grup­pen­ar­bei­ten an.

Die Be­zirks­po­li­ti­ker be­ton­ten auch, dass Re­gio­nal­ver­band, Lan­des­haupt­stadt und Dia­ko­ni­sches Werk mit dem Kin­der- und El­tern­bil­dungs­zen­trum Dudweiler, dem Kiez am An­ger, seit dem Schul­jahr 2013/14 ei­nen we­sent­li­chen Bei­trag leis­ten, um die Ar­muts­spi­ra­le zu durch­bre­chen. Die dor­ti­ge Ko­or­di­nie­rungs­stel­le soll die Hil­fen für Kin­der und Ju­gend­li­che auf­ein­an­der ab­stim­men und wei­te­re Kon­tak­te knüp­fen, heißt es da­zu aus der Pres­se­stel­le der Lan­des­haupt­stadt Saar­brü­cken. Ins­ge­samt sei­en rund 50 so­zia­le Ein­rich­tun­gen und Trä­ger in Dudweiler mit an Bord.

Ei­nen re­gel­mä­ßi­gen Aus­tausch ge­be es seit vie­len Jah­ren im Ar­beits­kreis „Kin­der- und Ju­gend Dudweiler“. Die­sem von der Kie­zKo­or­di­nie­rungs­stel­le mo­de­rier­ten Ar­beits­kreis ge­hö­ren 35 In­sti­tu­tio­nen an, un­ter an­de­rem Ver­tre­ter der Kir­chen­ge­mein­den, der Schu­len oder des Job­cen­ters. Das Kiez sei mitt­ler­wei­le sehr gut im Stadt­teil ver­an­kert.

Der Ko­ope­ra­ti­ons­ver­trag mit der Kiez-Ko­or­di­nie­rungs­stel­le läuft bis En­de April, über ei­ne Vor­la­ge zur Ver­län­ge­rung bis En­de 2018 wer­de der­zeit be­ra­ten. Ak­tu­ell ste­hen dort zwei Voll­zeit­stel­len zur Ver­fü­gung, die auf vier Mit­ar­bei­te­rin­nen auf­ge­teilt sind. Da­zu kom­men Ho­no­rar­kräf­te und Prak­ti­kan­ten.

FO­TO: LUFTBILDER SAARPFALZ

Dudweiler aus der Vo­gel­per­spek­ti­ve: Auch der Blick von oben löst die Pro­ble­me nicht in Luft auf.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.