Le­bens­ge­fahr beim Spa­zier­gang

Jagd auf Sing­vö­gel I

Saarbruecker Zeitung - - LESERBRIEFE -

Als Ein­woh­ner von Wald­wis­se stim­me ich dem Bi­rin­ger Orts­vor­ste­her zu. Die Jagd hier in der Um­ge­bung wird über­wie­gend von Lu­xem­bur­ger Jä­gern ge­pach­tet, die für „bil­li­ges Geld“auf al­les bal­lern, was sich be­wegt. Im Win­ter ris­kiert man sein Le­ben, wenn man tags­über über Fel­der und in den Wäl­dern spa­zie­ren will, vor al­lem am Wo­che­n­en­de. Dann rü­cken sie mit grell leuch­ten­den oran­ge­nen Warn­wes­ten an, manch­mal auch mit oran­ge leuch­ten­den Blink­lich­tern auf dem Schä­del, um sich nicht ge­gen­sei­tig zu er­schie­ßen. Oft knallt es rund um den Ort der­ma­ßen, dass man sich in den Krieg zu­rück­ver­setzt fühlt. Es wur­de schon ei­ne Sau er­legt, ob­wohl ihr sie­ben Klei­ne hin­ter­her­lie­fen. Da hier nur die Treib­jagd of­fi­zi­ell an­ge­mel­det und be­schil­dert wer­den muss, emp­fiehlt es sich für die Mu­ti­gen, die trotz­dem spa­zie­ren ge­hen, am bes­ten in drei Spra­chen laut zu ru­fen: „Ich bin kein Hirsch.“Das kann un­ter Um­stän­den Le­ben ret­ten.

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