Ta­be­ner Kir­che be­her­bergt hei­li­ge Ge­bei­ne

In der Ka­tho­li­schen Pfarr­kir­che in Ta­ben-Rodt ru­hen die Hei­li­gen Qui­ria­kus und Auc­tor. Der Schrein des Hei­li­gen Qui­ria­kus wird zur Kir­mes in ei­ner Pro­zes­si­on durch den Ort ge­tra­gen.

Saarbruecker Zeitung - - MOMENTE - VON RUTH WA­GNER

TA­BEN-RODT Der 800-Ein­woh­nerOrt ge­hört zur Ver­bands­ge­mein­de Saar­burg und grenzt im Sü­den an das Saar­land: Ta­ben-Rodt liegt in der Kern­zo­ne „Saar­tal-Leuk­bach­tal“des Na­tur­parks Saar-Huns­rück. Be­kannt ist der Orts­teil Hamm mit sei­ner „Klei­nen Saarschlei­fe“und der ein­zig­ar­tig re­stau­rier­ten Fi­li­al­kir­che Hll. Fa­bi­an und Se­bas­ti­an. Als Wahr­zei­chen des O rtes gilt die im 15. Jahr­hun­dert er­rich­te­te sa­gen­um­wo­be­ne Micha­els­ka­pel­le, auf stei­lem Fel­sen hoch über der Saar und mit ein­ma­li­gem Blick auf das en­ge Saar­tal. Aber auch mit der Ta­be­ner Pfarr­kir­che ist ei­ne lan­ge Ge­schich­te ver­bun­den.

Ei­ne Be­son­der­heit ist, dass sie in ih­rem In­nern zwei Schrei­ne be­her­bergt: die Ge­bei­ne des Hl. Qui­ria­kus und des Hl. Auc­tors. Von Bernd Heinz er­hal­te ich um­fang­rei­che Er­klä­run­gen zur Pfarr­kir­che und den Kir­chen­pa­tro­nen. Ge­ra­de ist sein neu­es Buch „Die Kir­che des Hl. Qui­ria­kus in Ta­benRodt“er­schie­nen, in dem er die Ge­schich­te der Hei­li­gen Qui­ria­kus und Auc­tor so­wie die Ta­be­ner Kir­chen­ge­schich­te des 19., 20. und 21. Jahr­hun­derts be­schreibt.

So fand man die Ge­bei­ne des Hei­li­gen Auc­tor 1889 bei Um­bau­ar­bei­ten in ei­nem Kalk­stein-Sar­ko­phag un­ter dem Hoch­al­tar. Sie wer­den seit­dem in ei­nem Holz­schrein auf­be­wahrt.

Im Jah­re 1890 wur­de der Mar­mor­sarg des Hei­li­gen Qui­ria­kus ge­öff­net. In ihm be­fand sich ne­ben den Ge­bei­nen auch ein wert­vol­les Ge­wand, das seit 1954 als Dau­er­leih­ga­be im Be­sitz des Bi­schöf­li­chen Mu­se­ums Tri­er ist. Bei­de Schrei­ne wur­den wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges im Vor­feld der zwei­ten Eva­ku­ie­rung (1944) von An­woh­nern im Ort hin­ter ei­ner ho­hen Stütz­mau­er in ei­nem Gar­ten ver­gra­ben. Nach dem Krieg stell­te man die Schrei­ne in der wie­der auf­ge­bau­ten Kir­che auf. Heinz: „Die ver­zier­ten Holz­schrei­ne wur­den 1890 von Schrei­ner­meis­ter J. Müh­len­brock aus Tri­er an­ge­fer­tigt.“

Die Qui­ria­kus­ver­eh­rung hat heu­te noch in Ta­ben Tra­di­ti­on. Jähr­lich am Kir­mes­sonn­tag wird der Schrein mit den Ge­bei­nen des Hei­li­gen durch den Ort ge­tra­gen. Der Hei­li­ge Qui­ria­kus ist Für­spre­cher bei Kin­der­krank­hei­ten.

Die Kir­che in Ta­ben hat im Lau­fe der Jahr­hun­der­te Ve­rän­de­run­gen und Er­neue­run­gen er­fah­ren. „Erst­mals er­wähnt wur­de ei­ne Kir­che im Tes­ta­ment der loth­rin­gi­schen Grä­fin Er­k­an­fri­da im Jah­re 853. Da­nach ver­fiel das Ge­bäu­de. Laut ei­ner Kai­ser­ur­kun­de er­folg­te 1056 die Wie­der­her­stel­lung ei­ner ein­schif­fi­gen ro­ma­ni­schen Kir­che, die 1070 von Erz­bi­schof Udo ein­ge­weiht wur­de“, stellt Heinz in sei­nem Buch fest. Seit­dem trägt die Kir­che das Pa­tro­zi­ni­um „St. Qui­ria­cus und Auc­tor“.

Bis zum 17. Jahr­hun­dert er­füll­te die Ta­be­ner Kir­che ei­ne drei­fa­che Funk­ti­on. Sie wur­de so­wohl als „Kon­vents­kir­che“für die Mön­che, als „Leut­kir­che“für die Pfarr­ge­mein­de und als „Wall­fahrts­kir­che“zum Gr­ab des Hl. Qui­ria­kus ge­nutzt. Kir­che und Pfar­rei wur­den 1487 in die Ab­tei St. Ma­xi­min in­kor­po­riert. Ein ver­hee­ren­der Brand ver­nich­te­te 1945 das Got­tes­haus. Mit dem Wie­der­auf­bau wur­de das Ge­bäu­de ver­grö­ßert.

In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten wur­de im Au­ßen- und In­nen­be­reich re­stau­riert. Die 1992 ein­ge­setz­ten neu­en Fens­ter im Haupt- und Sei­ten­schiff zei­gen Mo­ti­ve aus dem Le­ben des Hei­li­gen Qui­ria­kus. Ei­ne letz­te grö­ße­re In­nen­re­no­vie­rung mit neu­em An­strich, Fuß­bo­den und neu­en Bän­ken fand 2008 statt. Eh­ren­amt­li­ches En­ga­ge­ment spielt im Ort ei­ne gro­ße Rol­le. So läuft seit 2012 ein Or­gel­re­stau­rie­rungs­pro­jekt, bei dem sich Dorf­be­woh­ner en­ga­gie­ren. Auch beim jähr­li­chen Auf­bau der Krip­pen­land­schaft, von Ewald Heinz mo­del­liert, hel­fen vie­le. Ne­ben dem Krip­pen­stall bil­den meh­re­re Ele­men­te und Bau­wer­ke, et­wa die auf ei­ner An­hö­he po­si­tio­nier­te Mi­nia­tur­nach­bil­dung der Micha­els­ka­pel­le und land­wirt­schaft­li­che Ge­brauchs­ge­gen­stän­de, ei­ne groß­ar­ti­ge Land­schaft. Sie ist von Hei­lig­abend bis Ma­ria Licht­mess auf­ge­baut.

Die Mön­che des Klos­ters St. Ma­xi­min er­bau­ten im Jah­re 768 an der Saar ei­ne Props­tey, de­ren Be­deu­tung weit über den Ort Ta­benRodt hin­aus­ging und ihn zum re­li­giö­sen Mit­tel­punkt wer­den ließ. Die mit der Kir­che ver­bun­de­ne Props­tey St. Jo­sef hat lang­jäh­ri­ge Er­fah­rung in der Ar­beit mit Kin­dern und Ju­gend­li­chen. Das Klos­ter be­her­bergt ein In­ter­nat mit Grund- und Haupt­schu­le, ei­ne Ju­gend­hil­fe und ei­nen Kin­der­gar­ten. Nach den Kar­me­litin­nen sind die Pal­lo­ti­ner-Ju­gend­hil­fe und die Bil­dungs­werk gGm­bH Trä­ger der Ein­rich­tung. Die his­to­ri­schen Ge­bäu­de der heu­ti­gen Props­tey stam­men größ­ten­teils aus der ers­ten Hälf­te des 18. Jahr­hun­derts. ............................................. Auf der Sei­te „Mo­men­te“

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