Pfle­ge­her­zen lässt sei­ne Kun­den spre­chen

Saarbruecker Zeitung - - THEMEN DES TAGES -

Hän­gen blei­ben, stol­pern, hin­fal­len: Oft ist das der An­fang vom En­de, wenn man alt und ge­brech­lich ist. Für Ma­ria A. sah es zu­nächst auch nicht gut aus: „Als mei­ne 97-jäh­ri­ge Mut­ter nachts stürz­te, war mir und mei­ner Schwes­ter klar, dass sie oh­ne ei­ne per­sön­li­che Be­treu­ung nicht mehr zu Hau­se blei­ben kann“, er­zählt Eli­sa­beth E.. „Ge­ra­de weil sie so viel ge­ar­bei­tet hat, ist es mir wich­tig, dass sie gut ver­sorgt wird“, greift die Toch­ter wie­der auf. Wo­bei Eli­sa­beth E. ganz ge­naue Vor­stel­lun­gen von der Art der Be­treu­ung hat: „Die Be­treu­ungs­kraft soll un­se­rer Mut­ter so viel Hil­fe ge­ben wie not­wen­dig, ihr da­bei al­ler­dings nicht ih­re Selb­stän­dig­keit und Ei­gen­ver­ant­wor­tung ab­neh­men.“Gra­zia und die Frau Ma­ria A. ver­ste­hen sich blind. Wes­halb es gar nicht so ver­mes­sen ist, wenn hier je­der da­mit rech­net, dass Frau A. min­des­tens die 100 er­reicht.

Woran Gra­zia gro­ßen An­teil hät­te. „Pfle­ge ist Ar­beit mit den Hän­den, dem Her­zen und dem Ver­stand“, bringt es Eli­sa­beth E. am En­de des In­ter­views auf den Punkt. „Pfle­ge ist Ar­beit mit den Men­schen. Ge­nau die­ser De­fi­ni­ti­on wird Pfle­ge­her­zen mit sei­nen Mit­ar­bei­tern und Be­treue­rin­nen ge­recht.“

Oder an­ders ge­sagt: Viel bes­ser kann man es ei­gent­lich gar nicht ma­chen.

Für den Sohn von Rai­mund W., der das 86. Le­bens­jahr be­reits er­reicht hat, war klar, dass sei­ne El­tern so lan­ge es ir­gend­wie mög­lich ist, im ei­ge­nen Haus blei­ben dür­fen. Zu­nächst wa­ren noch bei­de El­tern­tei­le zu ver­sor­gen und Herr W. fand die Mög­lich­keit, ei­ne pol­ni­sche Be­treu­ungs­kraft ins Haus zu ho­len ei­ne gu­te Idee. Dann stell­te sich­her­aus, dass ein Wech­sel der Ver­mitt­lungs­agen­tur ins Haus stand und man ent­schied sich da­zu, sich mit der Agen­tur Pfle­ge­her­zen in Ver­bin­dung zu set­zen. Ei­ne gu­te Ent­schei­dung, die von der Fa­mi­lie bis da­to nicht be­reut wur­de. Seit Be­ginn der Zu­sam­men­ar­beit ste­hen im Wech­sel Ali­c­ja und Zo­fia aus Po­len, dem mitt­ler­wei­le ver­wit­we­ten Rai­mund W. täg­lich zur Sei­te Ge­ra­de im Um­gang mit De­menz­kran­ken ist das Ver­trau­en zu der Be­treu­ungs­kraft ein wich­ti­ges Ele­ment und man kann sa­gen, dass Ali­c­ja und Zo­fia schon zur Fa­mi­lie ge­hö­ren.

Am An­fang ging es nur um ei­ne vier­wö­chi­ge Ur­laubs­ver­tre­tung. „Ich ha­be ver­schie­de­ne Agen­tu­ren ab­te­le­fo­niert“, aber nie­mand war in­ter­es­siert, er­zählt Eva B. .Ih­re Mut­ter lei­det an Par­kin­son und ist ganz­tä­gig auf Hil­fe an­ge­wie­sen. Dann wähl­te Toch­ter Eva die Te­le­fon­num­mer von Pfle­ge­her­zen und dort hieß es so­fort: „Kein Pro­blem.“In­zwi­schen wird die Se­nio­rin, die sich nur schwer ver­stän­di­gen kann und zu­dem sehr schlecht sieht, kom­plett von pol­ni­schen Be­treu­ungs­kräf­ten der Schiff­wei­ler Agen­tur ver­sorgt. „Wir füh­len uns in gu­ten Hän­den“, er­klärt die Toch­ter im Na­men ih­rer Mut­ter, die das Ge­spräch auf­merk­sam ver­folgt. Der Um­gang mit­ein­an­der sei sehr freund­lich und höf­lich, be­rich­tet die 47-jäh­ri­ge Be­treu­ungs­kraft. „Am wich­tigs­ten ist mir, dass sich al­le Be­tei­lig­ten wohl füh­len“, be­stä­tigt Eva B.. Wert legt sie zu­dem dar­auf, dass die Be­treue­rin­nen Er­fah­rung in der Pfle­ge mit­brin­gen und „ganz gut Deutsch spre­chen.“

Bis­her ha­be es im­mer ge­passt, „das wa­ren al­les or­dent­li­che Frau­en“.

„Je­der kann in die­se Si­tua­ti­on kom­men“, dass ein An­ge­hö­ri­ger nicht mehr al­lei­ne zu­recht­kommt, be­tont Eva B. schluss­end­lich, und fügt hin­zu: „Ich war sehr froh, dass uns Pfle­ge­her­zen in­ner­halb we­ni­ger Ta­ge je­man­den ver­mit­teln konn­te. Das hät­te ich nicht ge­dacht.“

„Mir war wich­tig, dass Ma­ma nicht al­lein im Haus ist.“

„Wir füh­len uns in gu­ten Hän­den“

„Uns war es im­mer wich­tig die Ei­gen­stän­dig­keit zu er­hal­ten“

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