EU-Grenz­schutz geht nur mit um­strit­te­nen An­füh­rern

KOMMENTAR

Saarbruecker Zeitung - - Politik -

Eu­ro­pa tut sich schwer. Üb­li­cher­wei­se ge­hö­ren Kon­tak­te zu um­strit­te­nen afri­ka­ni­schen Füh­rern nicht zu den be­vor­zug­ten Ter­mi­nen der EU-Mit­glied­staa­ten. Doch der­zeit setzt man sich auch mit ägyp­ti­schen Mi­li­tärs oder li­by­schen Ra­di­ka­len an ei­nen Tisch, um ei­nes zu er­rei­chen: ei­ne Ver­ein­ba­rung zum Um­gang mit il­le­ga­len Ein­wan­de­rern. Dass den EU-Au­ßen­mi­nis­tern da­bei un­wohl ist, ist ei­ne Rand­no­tiz. In den of­fi­zi­el­len Do­ku­men­ten gab es kein Wort der Kri­tik, son­dern brei­te Zu­stim­mung zu Be­schlüs­sen, die die Re­gie­rungs­chefs vor­ge­ge­ben hat­ten. Tat­säch­lich hat die EU auch kei­ne an­de­re Wahl: Wenn lü­cken­haf­te Gren­zen in Afri­ka von Schlep­pern mit see­un­tüch­ti­gen Schif­fen für ein Mil­lio­nen­ge­schäft ge­nutzt wer­den, muss et­was pas­sie­ren. Dass die EU-Grenz­schüt­zer dann je­ne zu­rück­schi­cken, die kein Recht auf Asyl ha­ben, be­deu­tet kein Ver­let­zen des Schutz­rech­tes, son­dern sei­ne An­wen­dung – ein wich­ti­ger Un­ter­schied.

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