PRESSESCHAU

Saarbruecker Zeitung - - STANDPUNKT -

Die „Nürn­ber­ger Nach­rich­ten“kom­men­tie­ren das Tref­fen der Uni­ons­par­tei­en in Mün­chen:

See­ho­fer weiß, dass die Uni­on die Wahl nur ge­win­nen kann, wenn sie ge­eint auf­tritt. So sehr sich So­zi­al­de­mo­kra­ten am in­ter­nen Streit er­göt­zen kön­nen, so we­nig kön­nen es die An­hän­ger der Uni­on. Spä­tes­tens nach der Wahl wird er wie­der in den Kon­fron­ta­ti­ons­mo­dus wech­seln, wenn es für ihn um al­les, um Bay­ern geht. Wenn er sich denn über­haupt so lan­ge be­herr­schen kann.

Die Bu­da­pes­ter Zeitung „Nepszava“schreibt zu dem Tref­fen von Kanz­le­rin Mer­kel mit See­ho­fer:

Der Bay­er, der sich bis­lang in der Rol­le des be­lei­dig­ten klei­nen Jun­gen ge­fal­len hat­te, ent­pupp­te sich plötz­lich als gro­ßer Un­ter­stüt­zer der Kanz­le­rin. Dar­an ist nichts Un­ge­wöhn­li­ches. Der CSU-Chef hat­te noch nie Hem­mun­gen, wenn es dar­um ging, an zwei auf­ein­an­der­fol­gen­den Ta­gen kom­plett Ge­gen­sätz­li­ches zu ver­kün­den. Dies­mal muss­te aber auch ei­ner wie er er­ken­nen, dass die Uni­ons­par­tei­en mehr auf­ein­an­der an­ge­wie­sen sind denn je.

„Die Welt“schreibt zum SPD-Kanz­ler­kan­di­da­ten Schulz und dem an­ste­hen­den Wahl­kampf:

Schulz bie­tet die äl­tes­ten Ka­mel­len der So­zi­al­de­mo­kra­tie feil, je­de Men­ge So­zi­al­po­li­tik, Um­ver­tei­lung, Ge­rech­tig­keits­ly­rik und Staats­eu­pho­rie, aber er tut es schmis­si­ger, selbst­ver­lieb­ter und ver­füh­re­ri­scher als die Kan­di­da­ten vor ihm. Die pro­gram­ma­ti­sche An­ämie der Uni­on, ihr staats­tra­gen­der Kon­sen­sua­lis­mus, dem das Land viel ver­dankt, trägt ge­gen Schulz nicht weit. Die Uni­on muss mehr sein als der ge­föhn­te Sta­tus Quo. Wel­che Art von Markt­wirt­schaft, Kul­tur, Iden­ti­tät, Bür­ger­tum, Frei­heit, in­ne­re Si­cher­heit will sie? Hin­ter Mer­kel ist viel von der Par­tei un­sicht­bar ge­wor­den. So wird es nicht rei­chen.

Die „Neue Os­na­brü­cker Zeitung“meint zu Ab­schie­bun­gen aus Deutsch­land nach Af­gha­nis­tan: Man kann die La­ge in gro­ßen Tei­len Af­gha­nis­tans trotz wie­der­keh­ren­der An­schlä­ge der Ta­li­ban und ge­tö­te­ter Zi­vi­lis­ten ein­fach nicht mit der hu­ma­ni­tä­ren Si­tua­ti­on im völ­lig zer­stör­ten Sy­ri­en ver­glei­chen. Sy­rer ha­ben ein An­recht auf Schutz in Deutsch­land. Bei den Af­gha­nen wird da­ge­gen die Hälf­te der Asyl­an­trä­ge ab­ge­lehnt und nur ein klei­ner Teil tat­säch­lich ab­ge­scho­ben. (…) Im ver­gan­ge­nen Jahr sind rund 3000 Af­gha­nen frei­wil­lig in ih­re Hei­mat zu­rück­ge­kehrt. Jun­gen Män­nern ist zu­zu­mu­ten, dass sie da­bei hel­fen, ihr Land wie­der auf­zu­bau­en.

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