We­ni­ger Schwarz­ar­beit in Deutsch­land

Die Be­deu­tung der Schat­ten­wirt­schaft nimmt hier­zu­lan­de nach Ein­schät­zung von For­schern wei­ter ab.

Saarbruecker Zeitung - - WIRTSCHAFT -

TÜ­BIN­GEN/LINZ (dpa) In Deutsch­land neh­men Schwarz­ar­beit und il­le­ga­le Be­schäf­ti­gung nach Be­rech­nung von Wis­sen­schaft­lern wei­ter ab. „Bes­se­re Be­schäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten in der of­fi­zi­el­len Wirt­schaft füh­ren da­zu, dass we­ni­ger Per­so­nen ih­re Ar­beits­kraft in der Schat­ten­wirt­schaft an­bie­ten“, heißt es in ei­ner Ana­ly­se des Tü­bin­ger In­sti­tuts für An­ge­wand­te Wirt­schafts­for­schung (IAW) und der Uni­ver­si­tät Linz.

Das Ver­hält­nis von Schat­ten­wirt­schaft zu of­fi­zi­el­ler Wirt­schaft re­du­ziert sich der Stu­die zu­fol­ge im ach­ten Jahr in Fol­ge. Der An­teil am Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) ist mit 10,4 Pro­zent dem­nach so nied­rig wie noch nie seit dem Be­ginn der Stu­di­en­sta­tis­tik 1995.

In der Schat­ten­wirt­schaft wer­den in die­sem Jahr laut der Schät­zung Leis­tun­gen im Wert von 330 Mil­li­ar­den Eu­ro er­bracht, sechs Mil­li­ar­den Eu­ro we­ni­ger als im ver­gan­ge­nen Jahr. Un­ter Schat­ten­wirt­schaft ver­steht man Schwarz­ar­beit – al­so zu­meist Be­zah­lun­gen in bar oh­ne Rech­nung und an der Steu­er vor­bei –, aber auch an­de­re For­men der il­le­ga­len Be­schäf­ti­gung.

Deutsch­land liegt beim in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich des Schat­ten­wirt­schafts­vo­lu­mens mit 10,4 Pro­zent des of­fi­zi­el­len BIP im Mit­tel­feld aus­ge­wähl­ter Mit­glie­der der In­dus­trie­staa­ten- und Schwel­len­län­der­or­ga­ni­sa­ti­on OECD. Dass es hier­zu­lan­de im Ver­gleich zu den USA oder der Schweiz of­fen­bar at­trak­ti­ver ist, schwarz­zu­ar­bei­ten, er­klärt Co-Au­tor Bern­hard Boock­mann vom IAW mit der ho­hen Re­ge­lungs­dich­te des Ar­beits­mark­tes. Min­dest­lohn und Kün­di­gungs­schutz nennt er als Bei­spie­le. „Je stär­ker der Ar­beits­markt re­gu­liert ist, des­to stär­ker ist die Ver­su­chung für Ar­beit­ge­ber, in die Schat­ten­wirt­schaft aus­zu­wei­chen und da­durch die Re­gu­lie­rung zu um­ge­hen.“

Von Schwarz­ar­beit be­trof­fen sind laut Stu­di­en­au­tor Fried­rich Schnei­der von der Uni­ver­si­tät Linz vor al­lem Bau­ge­wer­be und Hand­werk, ge­folgt von Gas­tro­no­mie und haus­halts­na­hen Di­enst­leis­tun­gen, zu de­nen et­wa auch die 24-St­un­den-Be­treu­ung äl­te­rer Men­schen ge­hört. „Wir ge­hen da­von aus, dass 90 Pro­zent der Be­treu­ung in häus­li­cher Ge­mein­schaft in Il­le­ga­li­tät statt­fin­det“, sag­te die Spre­che­rin des Ver­ban­des für häus­li­che Be­treu­ung und Pfle­ge, Ju­lia­ne Bohl. Kon­trol­len in pri­va­ten Woh­nun­gen sei­en recht­lich nur sehr schwie­rig durch­zu­füh­ren, er­klär­te ein Pres­se­spre­cher der Ge­ne­ral­zoll­di­rek­ti­on.

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