Ca­fé-Bi­b­lio gibt es jetzt gleich zwei­mal im Mo­nat

Treff­punkt für neue und alt­ein­ge­ses­se­ne Saar­brü­cker kommt gut an. Neu ist auch die An­fangs­zeit: im­mer 16.30 Uhr mon­tags.

Saarbruecker Zeitung - - LOKALES - VON ANDRE­AS LANG

ST. JO­HANN. Schon Mi­nu­ten ehe das Ca­fé Bi­b­lio in der Stadt­bi­blio­thek ei­gent­lich öff­nen soll­te, fin­den sich die ers­ten Gäs­te des of­fe­nen Ge­sprächs­treffs ein. Ein freund­li­ches „Gu­ten Tag“, ein knap­pes, aber eben­so herz­li­ches „Hal­lo“, hier und da auch ein schon freund­schaft­li­ches „Ça va?“

Noch ste­hend be­spre­chen die Ge­sprächs­part­ner, was bren­nend in­ter­es­siert. Dann fin­den sich ir­gend­wann die Grup­pen zu­sam­men. Ti­sche wer­den zu­sam­men­ge­rückt, an­de­re rich­ten sich ge­müt­li­che­re Sitz­ge­le­gen­hei­ten im klei­nen Rah­men ein. Und bald ist das eben noch stil­le Bi­b­lio in der mon­tags ei­gent­lich ru­hen­den Saar­brü­cker Stadt­bi­blio­thek ein rich­tig le­ben­di­ger Ort.

Dort spre­chen Ein­hei­mi­sche und aus ih­rer Hei­mat ge­flüch­te­te Neu-Saar­brü­cker mit­ein­an­der. Vor Wo­chen noch über Weih­nach­ten und Win­ter, mitt­ler­wei­le über Fast­nacht und Früh­ling. „Meist nie­der­schwel­li­ge The­men, da­mit mög­lichst vie­le sich ein­brin­gen kön­nen“, sagt die Lei­te­rin der Stadt­bi­blio­thek, Ka­rin Lauf-Im­mes­ber­ger. „Ei­ne tol­le Idee un­se­rer ein­falls­rei­chen Bür­ger“, fin­det Saar­brü­ckens Ober­bür­ger­meis­te­rin Char­lot­te Britz. Denn die Idee geht auf das Netz­werk An­kom­men zu­rück. Ge­sagt hat Britz das beim Pres­se­ter­min im Bi­b­lio. Denn das hat den Rhyth­mus der re­gel­mä­ßi­gen Tref­fen ver­kürzt, die Zahl der Be­geg­nun­gen so­mit er­höht – und das gilt es am ver­gan­ge­nen Mon­tag­nach­mit­tag zu ver­kün­den.

Ab so­fort zwei­mal statt wie bis­her nur ein­mal im Mo­nat fin­det der Aus­tausch jetzt statt. „Sonst ist der Ab­stand zwi­schen den Tref­fen ein­fach zu lan­ge. Wenn dann noch ei­nes aus­ge­fal­len ist, war es ja noch schlim­mer“, sagt Chris­ti­ne Mham­di. Künf­tig ver­schie­be sich die An­fangs­zeit au­ßer­dem von 15.30 auf 16.30 Uhr. Das er­mög­li­che es Be­rufs­tä­ti­gen und Teil­neh­mern von In­te­gra­ti­ons­kur­sen eher, im Ca­fé Bi­b­lio vor­bei­zu­schau­en.

Die Tref­fen fin­den al­le zwei Wo­chen mon­tags von 16.30 bis 18.30 Uhr statt. Für den Pu­bli­kums­ver­kehr ist die Stadt­bi­blio­thek mon­tags ge­schlos­sen. Ein neuer Fly­er in­for­miert über Ter­mi­ne und Pro­gramm bis Ju­li. Künf­tig er­hal­ten die Gäs­te Tipps zu den Me­di­en der Stadt­bi­blio­thek, spe­zi­ell um Deutsch zu ler­nen.

Für Kin­der gibt es Ak­tio­nen wie den „Ge­schich­ten­kof­fer“, der Ge­schich­ten le­ben­dig wer­den lässt, oder ei­ne Bi­b­lio­theks­ral­lye. Spe­zi­el­le Sprach­mitt­ler wer­den hel­fen, wenn die Deutsch­kennt­nis­se nicht aus­rei­chen.

Spra­che ist al­so kei­ne Bar­rie­re im Ca­fé Bi­b­lio, so dass al­le Gäs­te, vor al­lem auch Kin­der, von den ge­gen­sei­ti­gen Be­geg­nun­gen pro­fi­tie­ren kön­nen. „Jetzt hat die In­te­gra­ti­on be­gon­nen“, sagt Britz. Das Bi­b­lio ist ein wich­ti­ges Ele­ment dar­in, weil dort nicht ein wei­te­rer stan­dar­di­sier­te Deutsch­kurs statt­fin­det. „Hier han­delt es sich um ei­ne Sprach­ge­le­gen­heit.“

Nicht spre­chen, wie und wor­über es das Deutsch­buch vor­gibt, son­dern so, wie es die Ein­hei­mi­schen drau­ßen auf der Stra­ße tun, und zwar über The­men, die al­le Be­tei­lig­ten auch in­ter­es­sie­ren. Die Pro­jekt­lei­te­rin des Netz­werks An­kom­men, Alex­an­dra Gra­ve­laar: „Was nutzt es, ei­ne Spra­che zu ler­nen, wenn man das Ge­lern­te nicht an­wen­den kann?“

Hans Joa­chim Mül­ler, Prä­si­dent der Lan­des­ar­beits­ge­mein­schaft Pro Eh­ren­amt, freut sich, dass die Per­so­nal­struk­tur zur In­te­gra­ti­on jetzt lang­sam an­ge­passt wer­de. Was ihn auch freut: „Es gibt vie­le jun­ge Leu­te, die sich ger­ne ein­bin­den las­sen.“

Mham­di zählt zu den größ­ten Fans des Ca­fé Bi­b­lio: „Es macht nichts so viel Spaß wie of­fe­ne und an­ge­reg­te Ge­sprä­che.“Und die lau­fen an den Ti­schen in der äu­ßerst le­ben­di­gen Stadt­bi­blio­thek.

AR­CHIV­FO­TO: BE­CKER&BREDEL

Im Ca­fé Bi­b­lio kom­men Sy­rer mit Ein­hei­mi­schen ins Ge­spräch. Das hilft ih­nen, Deutsch mal ganz un­ge­zwun­gen zu üben.

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