Bund und Län­der wol­len Ab­schie­bun­gen for­cie­ren

Die Zahl ab­ge­lehn­ter Asyl­be­wer­ber, die Deutsch­land ver­las­sen müs­sen, steigt. Wer nicht frei­wil­lig geht, soll nun schnel­ler ab­ge­scho­ben wer­den.

Saarbruecker Zeitung - - ERSTE SEITE -

BER­LIN/SAAR­BRÜ­CKEN (dpa/afp/ ine) Vie­le Asyl­be­wer­ber ha­ben in Deutsch­land kaum Chan­cen auf An­er­ken­nung. Nun sol­len die Be­trof­fe­nen schnel­ler selbst wie­der aus­rei­sen oder ab­ge­scho­ben wer­den. Bund und Län­der pei­len da­zu ei­ne „na­tio­na­le Kraft­an­stren­gung“an. Das geht aus ei­ner 16 Punk­te um­fas­sen­den Be­schluss­vor­la­ge für ein Spit­zen­tref­fen heute in Ber­lin her­vor, die der SZ ges­tern vor­lag.

Asyl­su­chen­de, die vor­aus­sicht­lich kei­nen An­spruch auf Schutz in Deutsch­land be­kom­men, sol­len dem­nach in zen­tra­len Aus­rei­se­ein­rich­tun­gen un­ter­ge­bracht wer­den. Bun­des­aus­rei­se­zen­tren könn­ten den Län­dern er­mög­li­chen, ih­re Ver­ant­wor­tung für die letz­ten Ta­ge des Auf­ent­halts an den Bund zu über­ge­ben. Über ge­sund­heit­li­che Hin­der­nis­se für ei­ne Ab­schie­bung sol­len künf­tig ver­mehrt Amts­ärz­te ent­schei­den.

In­ner­halb von drei Mo­na­ten soll in Ber­lin ein ge­mein­sa­mes Zen­trum zur Un­ter­stüt­zung der Rück­kehr (ZUR) ent­ste­hen. Dort sol­len et­wa Sam­mel­ab­schie­bun­gen or­ga­ni­siert wer­den. Die An­rei­ze für ei­ne frei­wil­li­ge Rück­kehr sol­len ge­stärkt wer­den. Für Aus­rei­se­pflich­ti­ge, von de­nen ei­ne er­heb­li­che Ge­fahr aus­ge­he, soll die Ab­schie­bungs­haft er­leich­tert wer­den. Die Bür­ger er­war­te­ten, dass Ab­schie­be­ur­tei­le vom Staat um­ge­setzt wür­den, sag­te Vi­ze-Re­gie­rungs­spre­che­rin Ul­ri­ke Dem­mer ges­tern. In dem Pa­pier für das heu­ti­ge Tref­fen in Ber­lin heißt es, die Zahl der Aus­rei­se­pflich­ti­gen wer­de 2017 wei­ter stei­gen.

2014 kehr­ten gut 27 000 Aus­rei­se­pflich­ti­ge aus Deutsch­land zu­rück. 2015 wa­ren es knapp 58 000, im ver­gan­ge­nen Jahr wa­ren es rund 80 000. Im Saar­land wur­den laut In­nen­mi­nis­te­ri­um im vo­ri­gen Jahr 218 Per­so­nen ab­ge­scho­ben, bis En­de No­vem­ber wa­ren zu­dem 220 frei­wil­lig aus­ge­reist.

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