Die Ver­tei­lung war nie wirk­lich ge­wollt

KOM­MEN­TAR

Saarbruecker Zeitung - - THEMEN ES TAGES -

Die Zah­len sind un­be­quem. Denn die EU-Staa­ten ge­fal­len sich ge­ra­de viel mehr in der Rol­le der er­folg­rei­chen Blo­ckie­rer, die die afri­ka­ni­schen Part­ner un­ter Druck set­zen, um sie zu mehr En­ga­ge­ment beim Grenz­schutz zu zwin­gen. Doch die Stra­te­gie der Ge­mein­schaft, Grie­chen­land und Ita­li­en zu ent­las­ten, in­dem Flücht­lin­ge aus den dor­ti­gen La­gern um­ver­teilt wer­den, war ein Akt der So­li­da­ri­tät. Nun kann die Kom­mis­si­on zwar ers­te Er­fol­ge ver­mel­den. Doch sie zei­gen auch, dass selbst die Ver­tei­lung von 160 000 Flücht­lin­gen nie wirk­lich ge­wollt war. Da­bei wä­re die­se dop­pel­te So­li­da­ri­tät – Auf­nah­me und Ent­las­tung – mehr als über­fäl­lig. Denn nur wenn es ei­ne ge­re­gel­te Ab­wick­lung gibt, kann die EU end­lich wie­der zur in­ne­ren Nor­ma­li­tät zu­rück­fin­den – und die Öff­nung der Gren­zen an­ge­hen.

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