Mehr Schutz bei Kar­ten­zah­lung

Ver­brau­cher sol­len bei In­ter­net­käu­fen per Kre­dit­kar­te oder beim On­li­ne-Ban­king mehr Rech­te be­kom­men. Da­für soll ein Ge­setz sor­gen.

Saarbruecker Zeitung - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN (dpa) Wer et­wa mit Kre­dit­kar­te im La­den ein­kauft oder on­li­ne et­was be­zahlt, soll künf­tig von mehr Si­cher­heit und we­ni­ger Kos­ten pro­fi­tie­ren. Händ­ler sol­len ab 2018 in vie­len Fäl­len kei­ne ge­son­der­ten Ent­gel­te für Kar­ten­zah­lun­gen, Über­wei­sun­gen und Last­schrif­ten mehr ver­lan­gen dür­fen. Das sieht ein Ge­setz­ent­wurf zu Um­set­zung der EU-Zah­lungs­diens­te­richt­li­nie vor, den das Bun­des­ka­bi­nett ges­tern ver­ab­schie­det hat. Die Re­ge­lung gel­te eu­ro­pa­weit – so­wohl für Zah­lun­gen an der La­den­kas­se als auch im In­ter­net.

Zu­gleich soll der Schutz von Ver­brau­chern bei In­ter­net­käu­fen per Kre­dit­kar­te oder beim On­li­neBan­king er­höht wer­den. So müs­sen Kun­den sich mit künf­tig min­des­tens zwei Au­then­ti­fi­zie­rungs­Merk­ma­len aus­wei­sen – et­wa mit ei­ner Kar­te und ei­ner Trans­ak­ti­ons­num­mer (TAN). Ei­ne sol­che „star­ke Kun­den­au­then­ti­fi­zie­rung“müss­ten Zah­lungs­dienst­leis­ter für ri­si­ko­rei­che Zah­lun­gen ver­lan­gen.

Das soll die Si­cher­heit er­hö­hen, schmä­lert Kri­ti­kern zu­fol­ge aber

Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas

auch die Be­quem­lich­keit di­gi­ta­ler An­wen­dun­gen. Nach dem ge­mein­sa­men Ge­set­zes­ent­wurf von Fi­nan­zund Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um wird auch das bis­her ver­trag­lich zwi­schen Bank und Kun­de ver­ein­bar­te acht­wö­chi­ge Er­stat­tungs­recht ge­setz­lich ver­an­kert. Ver­brau­cher könn­ten sich Last­schrif­ten wei­ter oh­ne An­ga­be von Grün­den er­stat­ten las­sen. Jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) er­klär­te, „die oft är­ger­li­chen Ge­büh­ren der Händ­ler für Zah­lun­gen mit der Kre­dit­kar­te, Sepa-Über­wei­sun­gen und Last­schrif­ten fal­len in den meis­ten Fäl­len weg“. Ins­be­son­de­re im Scha­dens­fall be­kä­men Ver­brau­cher mehr Rech­te. Nach den Wor­ten von Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) wer­den Ver­brau­cher künf­tig nicht mehr durch zu­sätz­li­che Ge­büh­ren be­las­tet und in die Ir­re ge­führt. Die Reg­lun­gen sol­len von 2018 an gel­ten.

Mit den Ge­set­zes­plä­nen wird auch der Zah­lungs­ver­kehr in der EU wei­ter für Nicht-Ban­ken ge­öff­net. Künf­tig sol­len Kun­den auch Zah­lun­gen über Dritt­diens­te aus­lö­sen kön­nen, et­wa, wenn sie im On­li­ne-Shop ei­nes Händ­lers ein­ge­kauft ha­ben. Die­se Di­enst­leis­ter über­mit­teln meist via In­ter­net Da­ten zwi­schen Kun­den und Ban­ken, oh­ne Kun­den­gel­der zu be­sit­zen. Ban­ken und Spar­kas­sen müs­sen re­gu­lier­ten Di­enst­leis­tern Zu­gang zu den ge­führ­ten Kon­to­da­ten ih­rer Kun­den ge­wäh­ren. Da­für müs­sen die­se Di­enst­leis­ter ei­ne Be­rufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung oder an­de­re Ga­ran­ti­en vor­wei­sen

„Die oft är­ger­li­chen Ge­büh­ren der Händ­ler für

Zah­lun­gen mit der Kre­dit­kar­te fal­len in den

meis­ten Fäl­len weg.“

und da­für sor­gen, dass Si­cher­heits­merk­ma­le des Nut­zers si­cher sind.

Für nicht au­to­ri­sier­te Zah­lun­gen sol­len Ver­brau­cher grund­sätz­lich nur noch bis zu ei­nem Be­trag von 50 Eu­ro haf­ten statt bis­her 150 Eu­ro. Auch wer­den den An­ga­ben zu­fol­ge die Min­dest­an­for­de­run­gen an die Be­weis­last von Zah­lungs­dienst­leis­tern zu­guns­ten der Ver­brau­cher er­höht: Di­enst­leis­ter müss­ten un­ter­stüt­zen­de Be­weis­mit­tel vor­le­gen, um Be­trug oder gro­be Fahr­läs­sig­keit des Nut­zers nach­zu­wei­sen.

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