Nein zu nur noch ei­ner Spar­kas­se für das Saar­land

Der Vor­stands­chef der Kreis­spar­kas­se Saar­lou­is sieht dar­in nur Nach­tei­le und be­merkt ho­hes In­ter­es­se der Saar­län­der an Häu­sern.

Saarbruecker Zeitung - - WIRTSCHAFT - VON THO­MAS SPONTICCIA

SAAR­LOU­IS Horst Herr­mann, Vor­stands­chef der Kreis­spar­kas­se Saar­lou­is, tritt dem Ar­gu­ment ent­ge­gen, we­gen der Klein­heit des Lan­des und der stark zu­rück­ge­hen­den Be­völ­ke­rung rei­che künf­tig nur noch ei­ne gro­ße Spar­kas­se für das ge­sam­te Saar­land aus. Dies füh­re zu ei­nem star­ken Ar­beits­platz­ab­bau und ge­he zu Las­ten der Ver­sor­gung in länd­li­chen Ge­bie­ten. „In Saar­brü­cken in­ter­es­siert es nie­man­den, was et­wa in Weis­kir­chen pas­siert“, sag­te Herr­mann ges­tern auf der Bi­lanz-Pres­se­kon­fe­renz. Es daue­re min­des­tens zehn Jah­re, um ent­spre­chen­de Struk­tu­ren zu schaf­fen und ei­ne solch gro­ße Ein­heit zu ma­na­gen, wäh­rend man gleich­zei­tig im Ver­gleich zur Kon­kur­renz Markt­an­tei­le ver­lie­re.

Die Spar­kas­se Saar­lou­is be­treue der­zeit ver­stärkt auch neue Kun­den aus Luxemburg, die sich we­gen ei­ner Ver­rin­ge­rung der Zahl der Ban­ken im Groß­her­zog­tum auch im Saar­land ori­en­tier­ten. Die Zahl die­ser Kun­den sei über­schau­bar, sie ver­füg­ten aber über grö­ße­re Ver­mö­gen. Ver­wahr­zin­sen als Fol­ge der der­zeit ge­ne­rell nied­ri­gen Zins­ent­wick­lung er­he­be die Spar­kas­se Saar­lou­is nur für Ge­schäfts­kun­den, die min­des­tens fünf Mil­lio­nen Eu­ro hin­ter­le­gen. Be­son­ders gut ent­wi­cke­le sich der­zeit die Nach­fra­ge nach Im­mo­bi­li­en-Fi­nan­zie­run­gen. Hier un­ter­stütz­te die Bank 2016 ins­ge­samt 9800 Maß­nah­men. Im Mit­tel­punkt stan­den Käu­fe von Ei­gen­tums­woh­nun­gen so­wie Ein­und Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern in­klu­si­ve Re­no­vie­run­gen. Be­son­ders Inn­nen­stadt­la­gen sei­en be­liebt. Wer der­zeit noch Geld an­le­gen will, müs­se sich ge­nau da­mit be­schäf­ti­gen und Ri­si­ko­be­wusst­sein an den Tag le­gen. Geld­an­la­gen sei­en heute ein glo­ba­les Ge­schäft. Da­zu ge­hö­re auch, An­la­gen in Schwel­len­län­dern in die Über­le­gun­gen ein­zu­be­zie­hen.

Mit der Un­ter­stüt­zung von Exis­tenz­grün­dern ma­che man gu­te Er­fah­run­gen. Vor­stand Ste­phan Ei­sen­barth ver­weist auf die Un­ter­stüt­zung von 39 Exis­tenz­grün­dern 2016 mit ei­ner Ge­s­amt-För­der­sum­me von rund 6,5 Mil­lio­nen Eu­ro. Da­mit sei­en im Ge­gen­zug 175 Ar­beits­plät­ze ge­schaf­fen be­zie­hungs­wei­se er­hal­ten wor­den. Ab­leh­nen müs­se man meist Fäl­le von Grün­dern oh­ne vor­he­ri­ge Aus­bil­dung, sol­chen, die auch mit Un­ter­stüt­zung kei­nen Bu­si­nes­sPlan er­stel­len kön­nen und de­nen, die vor­her durch fi­nan­zi­el­le Pro­ble­me auf­ge­fal­len sind. Die Bank be­schäf­tigt 760 Mit­ar­bei­ter in 37 Ge­schäfts­stel­len, da­von 247 in Teil­zeit und 51 Aus­zu­bil­den­de. Die Bi­lanz­sum­me sank 2016 von 3,75 auf 3,66 Mil­li­ar­den Eu­ro. Die Ver­bind­lich­kei­ten ge­gen­über Kun­den er­eich­ten 2,69 Mil­li­ar­den Eu­ro, das Kre­dit­vo­lu­men be­trägt 2,72 Mil­li­ar­den Eu­ro (plus 0,3 Pro­zent). Mit 215 Mil­lio­nen Eu­ro er­reich­te das Ei­gen­ka­pi­tal ei­nen neu­en Höchst­stand.

FO­TO: KSK

Horst Herr­mann, Vor­stands­chef der Kreis­spar­kas­se Saar­lou­is.

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