Streit um Bus­se an der Saar geht bis in den Bun­des­rat

Saarbruecker Zeitung - - WIRTSCHAFT -

SAAR­BRÜ­CKEN (ts/mzt) Im Saar­land droht ein hef­ti­ger Streit um die künf­ti­ge Gestal­tung des öf­fent­li­chen Per­so­nen-Nah­ver­kehrs (ÖPNV ). An­lass ist ei­ne Ab­stim­mung mor­gen im Bun­des­rat, in der dem Saar­land ei­ne ent­schei­den­de Be­deu­tung zu­kommt. Es geht um ei­ne ge­plan­te Neu­ge­stal­tung im Per­so­nen­be­för­de­rungs­ge­setz, die glei­che So­zi­al- und Qua­li­täts­stan­dards vor­sieht, un­ab­hän­gig da­von, ob künf­tig je­weils ein kom­mu­na­les oder pri­va­tes Un­ter­neh­men den je­wei­li­gen Zu­schlag für die Be­die­nung ei­ner Stre­cke be­kommt.

Nach jet­zi­gem Stand will die SPD in­ner­halb der gro­ßen Ko­ali­ti­on an der Saar die Ge­set­zes­in­itia­ti­ve un­ter­stüt­zen. Die Mi­nis­ter­prä­si­den­tin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er (CDU) sieht nach Aus­kunft von Re­gie­rungs­spre­cher Thors­ten Klein aber noch Klä­rungs­be­darf. Lie­ßen sich die Be­den­ken noch kurz­fris­tig aus­räu­men, wer­de man zu­stim­men, sag­te Klein. Da­mit könn­te im Bun­des­rat ei­ne Mehr­heit für die Än­de­rung ste­hen. Blei­ben die Un­klar­hei­ten, wer­de sich das Saar­land ent­hal­ten, was ei­ner Ab­leh­nung gleich­kä­me.

Bis­her wur­de in Stre­cken­aus­schrei­bun­gen ei­gen­wirt­schaft­li­chen An­ge­bo­ten von Bus­un­ter­neh­men ein Vor­rang ein­ge­räumt, oh­ne ta­rif­li­che, so­zia­le und qua­li­ta­ti­ve Stan­dards zu be­rück­sich­ti­gen, sagt Pa­trik Lau­er (SPD), Land­rat des Land­krei­ses Saar­lou­is, in dem ei­ne Pri­vat­fir­ma ge­ra­de das kom­mu­na­le Un­ter­neh­men aus­zu­boo­ten ver­sucht, in­dem es oh­ne Zu­schüs­se fah­ren will. Jür­gen Fried (SPD), Ober­bür­ger­meis­ter von Neun­kir­chen, ar­gu­men­tiert: „Die kom­mu­na­len Un­ter­neh­men ste­hen für So­zi­al­stan­dards und Ver­läss­lich­keit im Nah­ver­kehr.“Fried, Lau­er und Saar­brü­ckens Ober­bür­ger­meis­te­rin Char­lot­te Britz (SPD) for­dern ge­mein­sam die Mi­nis­ter­prä­si­den­tin da­zu auf, die Ge­set­zes­in­itia­ti­ve zu un­ter­stüt­zen. „Nie­mand ge­winnt bei ei­nem Un­ter­bie­tungs­wett­be­werb mit ma­ro­den Bus­sen und Lohn­dum­ping“, be­to­nen sie. Nach An­sicht der Ge­werk­schaft Ver­di „ge­fähr­det die Lan­des­re­gie­rung ei­ne so­zia­le Ab­si­che­rung der Kol­le­gen, die im Nah­ver­kehr be­schäf­tigt sind.“

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