„Ele­fan­ten­run­de“im SR mit AfD-Kan­di­dat

Der Sen­der be­grün­det die Ein­la­dung mit ak­tu­el­len Um­fra­gen. Im Rund­funk­rat wa­ren nicht al­le da­für.

Saarbruecker Zeitung - - LANDESPOLITIK - VON DA­NI­EL KIRCH

SAAR­BRÜ­CKEN Der Saar­län­di­sche Rund­funk (SR) wird zur „Ele­fan­ten­run­de“vor der Land­tags­wahl auch die Spit­zen kan­di­da­ten der nicht im Land­tag ver­tre­te­nen Par­tei­en AfD und FDP ein­la­den. Das sieht das Kon­zept zur Wahl­kampf be­richt­er­stat­tung vor, das dieSR Spit­ze im Rund­funk­rat vor­ge­stellt hat.Di eS en­dung„End spurt–Spit­zen­kan­di­dat end er Land­tags­wahl dis­ku­tie­ren“soll am Don­ners­tag, 16. März, 20.15 Uhr, im SR Fern­se­hen aus­ge­strahlt wer­den. Der SR las­se sich bei­sein er Wahl-Be­richt­er­stat­tung vom Grund­satz der„ ab­ge­stuf­ten Chan­cen gleich­heit“lei­ten, er­läu­ter­te Spre­cher Pe­ter Mey­er auf An­fra­ge .„ Da­nach dar fund soll die Be­richt­er­stat­tung über Par­tei­en nach ih­rer Be­deu­tung und ih­ren Chan­cen auf den Ein­zug ins Par­la­ment un­ter­schied­lich ge­wich­tet wer­den.“

Als Grund­la­ge für die Ent­schei­dung, wer zu der TV-De­bat­te ein­ge­la­den wird, hät­ten dem SR auch re­prä­sen­ta­ti­ve Um­fra­gen an­er­kann­ter In­sti­tu­te ge­dient, sag­te Mey­er. Nach zwei Um­fra­gen von In­fra­test di­map im Auf­trag des SR sei­en CDU, SPD, Lin­ke und AfD si­cher im nächs­ten Land­tag ver­tre­ten. Grü­nen (5 Pro­zent) und FDP (4 Pro­zent) wür­den bei ei­ner Feh­ler­to­le­ranz von 1,2 Pro­zent „rea­lis­ti­sche Chan­cen“vor­aus­ge­sagt, so Mey­er. Da­her sei­en auch ih­re Spit­zen­kan­di­da­ten ein­ge­la­den. Die Pi­ra­ten ha­ben nach ak­tu­el­len Um­fra­gen kei­ne Chan­ce auf ei­nen Ein­zug ins Par­la­ment, ihr Spit­zen­kan­di­dat darf da­her nicht teil­neh­men.

Im Rund­funk­rat kam es nach der Vor­stel­lung des Kon­zepts zu ei­ner Dis­kus­si­on, es gab aber kei­ne Ab­stim­mung. Die von den Be­tei­lig­ten als sach­lich be­schrie­be­ne Dis­kus­si­on er­öff­ne­ten SPD-Frak­ti­ons­chef Ste­fan Paul­uhn und der vom Land­tag in den Rund­funk­rat ent­sand­te Eu­gen Roth (SPD/DGB) mit ei­ner Ver­fah­rens­fra­ge. Dem Ar­gu­ment, dass in der Ver­gan­gen­heit nur im Land­tag ver­tre­te­ne Par­tei­en ein­ge­la­den wor­den sei­en, wi­der­spra­chen je­doch die SR-Ver­tre­ter mit Ver­weis auf die TV-De­bat­ten vor den Land­tags­wah­len 2004 und 2009. Kri­tisch zur Ein­la­dung der AfD äu­ßer­ten sich im Rund­funk­rat die Ver­tre­ter des Saar­län­di­schen In­te­gra­ti­ons­rats, des Les­ben- und Schwu­len­ver­ban­des und der Sy­nago­gen­ge­mein­de Saar. Die­se Ver­bän­de re­agier­ten „be­son­ders sen­si­bel“auf die po­li­ti­schen Aus­sa­gen der AfD, hieß aus dem Rund­funk­rat. Als Ge­gen­ar­gu­ment wur­de an­ge­führt, dass ei­ne Nicht­be­rück­sich­ti­gung der AfD die Mög­lich­keit ge­be, sich als Op­fer dar­zu­stel­len.

FO­TO: OLI­VER DIETZE/DPA

AfD-Spit­zen­kan­di­dat Ru­dolf Mül­ler

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.